Regierungsratswahlen

Sie treten erneut an und geben sich trotz Parteidifferenzen kollegial: «Wir sind ein Team»

«Man muss verschiedene Hüte aufhaben, aber zuerst kommt die Kollegialität»

«Man muss verschiedene Hüte aufhaben, aber zuerst kommt die Kollegialität»

Die Bisherigen Hofmann, Hürzeler und Attiger betonen Teamgeist und plädieren mehr oder weniger für eine Frau im Regierungsrat.

Die drei Bisherigen sagen, warum ihre Abwahl aus dem Regierungsrat ein Verlust für den Aargau wäre und sie keine Parteisoldaten sind.

Eine Premiere konnte Moderator und az-Chefredaktor Christian Dorer gleich zu Beginn verkünden: Noch nie waren drei Regierungsräte gleichzeitig zu Gast im «TalkTäglich» auf Tele M1. Das Trio Urs Hofmann (SP), Alex Hürzeler (SVP) und Stephan Attiger (FDP) verbindet ein Ziel: die Wiederwahl am 23. Oktober. Ein Unterfangen, das für Bisherige meist ohne grosse Schwierigkeiten und Misstöne zu schaffen ist. Umso erstaunlicher mutete deshalb die Kritik aus der eigenen Partei an, mit der sich Alex Hürzeler jüngst konfrontiert sah.

Darauf angesprochen, sagte der SVP-Regierungsrat: «Diskussionen gibt es auch in anderen Parteien.» Dort würden diese allerdings nicht an die Öffentlichkeit gelangen. «Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass wir intern darüber diskutieren würden.» Zu seiner Doppelrolle als Mitglied der Exekutive und der SVP erklärte Hürzeler: «Ein Regierungsrat trägt drei Hüte, die er auch in dieser Reihenfolge vertreten soll.» Erstens sei er Teil einer Kollegialbehörde, zweitens Departementsvorsteher und drittens Parteimitglied.

Verzicht auf Angriffe

Unterstützung erhielt er von Ratskollege Urs Hofmann: «Wir sind gute Parteivertreter, aber keine Parteisoldaten.» Ihre Grundhaltung hätten alle Mitglieder der Regierung, diese dürfe man durchaus auch spüren. «Aber letztlich geht es darum, gemeinsame Lösungen zu finden. Dafür braucht es eine gute Diskussionskultur und das gegenseitige Vertrauen – und das haben wir.»

Deshalb kam SP-Politiker Hofmann zum Schluss: «Es wäre ein Verlust für den Kanton Aargau, wenn wir drei nicht mehr zusammenarbeiten könnten.» Auch Stephan Attiger, der seit vier Jahren für die FDP im Regierungsrat sitzt, betonte die gute Zusammenarbeit untereinander: «Wir sind ein Team.» Er hoffe deshalb, mit seinen zwei Kollegen in der nächsten Amtszeit weitermachen zu können. Kollegial verhielten sich die drei Politiker auch in der Diskussion – auf gegenseitige Angriffe, wie in Talksendungen üblich, verzichteten sie.

Ob es künftig zwingend eine Frau im Fünfergremium brauche, liess Attiger offen. «Das wäre sicher eine Bereicherung, doch letztlich entscheidet das Stimmvolk.» Deutlicher wurde Urs Hofmann: «Für den Aargau wäre es ein schlechtes Zeichen, wenn er wieder eine reine Männerregierung hätte.»

Das sind alle Regierungsratskandidaten:

Wer will das Asyldossier?

Zur Diskussion stand auch die neue Verteilung der Departemente: Frei wird neben jenem von Roland Brogli (Finanzen und Ressourcen) auch jenes von Susanne Hochuli (Gesundheit und Soziales). Auf die Frage, wer Hochulis Amt übernehmen möchte, blieben alle Hände unten. Keiner der drei liess durchblicken, einen Departementswechsel anzustreben. «Ich bin überzeugt, wir werden eine gute Lösung finden», sagte Alex Hürzeler. Urs Hofmann betonte, das Sozialdepartement sei nicht eines, das niemand gewollt habe, und auch in Zukunft interessant. Klar sei aber auch, man renne nicht einfach davon, wenn man im eigenen Departement zufrieden sei und dort interessante Projekte habe.

Die Grüne Susanne Hochuli musste wegen der Unterbringung von Asylsuchenden immer wieder heftige Kritik von rechts einstecken. Ob es nicht besser wäre, ein SVP-Mitglied übernähme das Asyldossier, wollte Moderator Christian Dorer wissen. Hürzelers Antwort: «Ich gehe davon aus, Frau Roth würde das Departement gerne übernehmen, wenn sie gewählt wird.»

Sehen Sie hier die ganze Sendung «TalkTäglich» zum Aargauer Regierungsratswahlkampf

Sehen Sie hier die ganze Sendung «TalkTäglich» zum Aargauer Regierungsratswahlkampf

Mit den Bisherigen Urs Hofmann, Stephan Attiger und Alex Hürzeler.

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