Aarburg

Sie soll gedroht haben: «30000 Franken oder ich gehe zur Polizei!»

Sozialhilfebezügerin Melanie (Name geändert) sagt, ein Mitarbeiter der Sozialen Dienste habe über Monate hinweg Sex von ihr verlangt. Seine Version ist eine andere.

Sozialhilfebezügerin Melanie (Name geändert) sagt, ein Mitarbeiter der Sozialen Dienste habe über Monate hinweg Sex von ihr verlangt. Seine Version ist eine andere.

Im Sozialhilfe-Fall von Aarburg soll der Sex doch einvernehmlich gewesen sein. Die Frau soll dem Sozialdienst-Mitarbeiter gedroht haben, dass sie zur Polizei gehe, wenn er nicht bezahle. Jetzt wird bekannt: Sie forderte 30000 Franken.

Die Sozialhilfeempfängerin und ihr Lebenspartner haben gemäss neusten Erkenntnissen der Aargauer Staatsanwaltschaft 30 000 Franken vom Mitarbeiter der Sozialen Dienste gefordert.

Sie hätten ihm gedroht, die Polizei über die sexuellen Handlungen des Angestellten mit seiner Klientin zu informieren, wenn er nicht zahle.

Gestern Freitag war noch unklar, um wie viel Geld es sich gehandelt haben sollte. Aufgrund der möglichen Drohung der Sozialhilfeempfängerin wurde sie und ihr Lebenspartner  festgenommen (wir berichteten).

Aussage gegen Aussage

«Die Frau sowie ihr Lebenspartner sagten aus, dass der Beschuldigte nicht gezahlt habe», sagt Elisabeth Strebel, Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft. So viel stehe fest.

Und auch, dass sexuelle Handlungen zwischen dem Mitarbeiter der Sozialen Dienste und der Klientin stattgefunden hätten.

Wie oft und über welchen Zeitraum das der Fall gewesen sei, kann die Staatsanwaltschaft nicht abschliessend sagen.

Viele Aussagen seien nach wie vor nicht deckungsgleich. Etwa jene im Bezug auf die sexuellen Handlungen: Die Frau behauptet, der Mitarbeiter der Sozialen Dienste Aarburg habe von ihr Sex für die reibungslose Abwicklung der Sozialhilfeanträge verlangt.

Er hingegen habe ausgesagt, die sexuellen Handlungen hätten im gegenseitigen Einvernehmen stattgefunden.

U-Haft Antrag für Frau und Partner

Die Staatsanwaltschaft Aargau hat am Freitag-Nachmittag für die Frau und ihren Lebenspartner beim Zwangsmassnahmengericht ebenfalls U-Haft beantragt.

Das Zwangsmassnahmengericht wird am Wochenende die drei Anträge der Staatsanwaltschaft behandeln.

Am Donnerstag war bereits der U-Haft-Antrag für den Mitarbeiter der Sozialen Dienste eingereicht worden.

In der Gemeinde Aarburg wird derzeit gemäss Gemeindeammann Hans-Ulrich Schär das weitere Umfeld der beteiligten Personen durch ein Care-Team betreut.

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