Asyl

Sie komponieren und singen gegen Hass und für mehr Solidarität

Sibel&Isa - Mer Send Eis

Sibel&Isa - Mer Send Eis

wei Aargauerinnen haben ein Lied aufgenommen, um Spenden zu sammeln. Jeder Download kommt der Schweizerischen Flüchtlingshilfe zugute.

Zwei Aargauerinnen, Sibel Bucher und Isabelle Gautschy, haben ein Lied aufgenommen, um Spenden für Asylsuchende zu sammeln. Jeder Download kommt der Schweizerischen Flüchtlingshilfe zugute.

Eine halbe Stunde, mehr brauchte es nicht. Dann waren die acht Strophen und der Refrain geschrieben. «Mer send Eis» heisst das Lied, das für mehr Solidarität mit Flüchtlingen wirbt.

«Du seisch s’gieng ne jo gar ned so schlächt. Söles doch det bliibe ond kämpfe för’s Rächt. I säg der, der fäut d’Empathie. Es chönnt gopf au dis Chend sii», lautet der Text der zweiten Strophe.

Geschrieben hat diese Worte Sibel Bucher, Pharmaassistentin und zweifache Mutter aus Hallwil. Aufgerüttelt durch die vielen hasserfüllten Kommentare gegen Asylsuchende auf Facebook entschied sie gemeinsam mit der Erlinsbacherin Isabelle Gautschy, ein Zeichen zu setzen gegen Ablehnung, für Offenheit.

«Wir waren am Boden zerstört wegen all dem Hass und fragten uns: Hey, was können wir dagegen tun? Wie können wir helfen?» Spontan sei ihnen dann die Idee gekommen, mit dem einen Beitrag zu leisten, was sie am liebsten tun: Musik.

Gemeinsam schrieben sie die Melodie, spielten das Lied ein. Dabei erhielten sie professionelle Unterstützung: In Aarau nahmen sie das Lied auf — gratis. Benjamin Bisaz, Musikproduzent und Besitzer der Firma «Augenklang» beteiligte sich kurzerhand an ihrem Projekt.

Aus 30 Videos wird 1

Und so fehlte nur noch der passende Videoclip zum Lied. Die beiden Initiantinnen riefen via YouTube dazu auf, kurze Filmsequenzen einzuschicken. Über 30 Kurzvideos trafen bei ihnen ein — «auch von Leuten, die wir gar nicht kennen», wie Bucher sagt. Diese schnitt Isabelle Gautschy mit zusätzlichen selbstgedrehten Aufnahmen zusammen, das Resultat stellen die beiden nun ins Internet.

1.90 Franken kostet das vierminütige Lied, das online heruntergeladen werden kann — alles Geld kommt der Schweizerischen Flüchtlingshilfe zugute. Wer mehr spenden möchte, kann dies tun: Im Video wird dazu extra die Kontonummer eingeblendet.

Der Song wird nicht nur auf der eigenen Website, sondern auch auf den Plattformen der Organisation beworben, was die Chance erhöht, möglichst viele Menschen zu erreichen. Auch deshalb freuten sie sich über den positiven Bescheid der Flüchtlingshilfe, der letzte Woche eintraf.

Freude über jeden Download

Nun kann das Projekt gestartet werden. Eine Prognose, wie ihr Lied ankommen wird, wollen die beiden lieber nicht wagen. Stattdessen sagt Sibel Bucher: «Wir freuen uns über jeden Download.»

Oder wie es in der letzten Strophe des Liedes heisst: «Chom doch eifach met eus. Heb Muet för de erschti Schrett. Zäme kreiere mer Neus. Das esch eusi Bitt.»

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