Jahresrückblick
Sie kämpften, polarisierten und redeten sich um Kopf und Kragen: Diese Aargauer schrieben 2017 Schlagzeilen

Ein turbulentes Jahr 2017 neigt sich seinem Ende zu – und sorgte im Kanton Aargau einmal mehr für zahlreiche positive wie negative Schlagzeilen. Welche Aargauerinnen und Aargauer sich dahinter verbergen, haben wir nachfolgend für Sie zusammengefasst.

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Diese Aargauerinnen und Aargauer sorgten 2017 für Schlagzeilen
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Markus Dieth, Neo-Regierungsrat Mit einem Glanzresultat von 61'890 Stimmen wurde der Wettinger CVP-Politiker Markus Dieth vom Aargauer Stimmvolk im ersten Wahlgang zum neuen Regierungsrat gewählt. Am 1. Januar 2017 trat er die Nachfolge von Roland Brogli als neuer Vorsteher des Departements Finanzen und Ressourcen an. Gleich als erste Amtshandlung musste Dieth das schlechteste Jahresergebnis des Kantons Aargau seit Menschengedenken präsentieren: ein Defizit von 105 Millionen Franken.
Franziska Roth, Neo-Regierungsrätin 61'160 Stimmen setzte sich SVP-Politikerin Franziska Roth gegen ihre Rivalinen Yvonne Feri (SP) und Maya Bally (BDP) durch und eroberte für die SVP damit erstmals einen zweiten Sitz im Aargauer Regierungsrat. Am 1. Januar 2017 trat sie die Nachfolge von Grünen-Regierungsrätin Susanne Hochuli an, die nach acht Jahren das Exekutivamt abgab.
Irma Koch, Wirtin und Aargauerin des Jahres 2014 Am 12. April erreicht die Redaktion eine traurige Nachricht: Irma Koch ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Die Freiämterin wirtete in ihrem «Chäber» über ein halbes Jahrhundert lang und hatte für alle Gäste ein offenes Ohr. Randständige erhielten bei ihr kostenlos etwas zu essen und zu trinken. 2014 wurde die sympathische Wirtin für ihr Lebenswerk ausgezeichnet und zur «Aargauerin des Jahres» gekürt.
Kämpfte sich aus der Krise zurück ins Rampenlicht: Lucas Fischer.
Marinko Jurendic startete mit dem FC Aarau mit viel Ambition in die neue Saison. Der grosse Erfolg blieb bislang aus.
Funda Yilmaz, Kämpferin für die Einbürgerung Im Juni lehnt die Gemeinde Buchs das Einbürgerungsgesuch von Funda Yilmaz ab – trotz einwandfreiem Leumund, stabiler Lebenssituation und 100 Prozent im Staatskundetest. Der Fall der jungen Türkin sorgt für Empörung weit über die Kantonsgrenzen hinaus. Insbesondere die 92 Fragen des Einbürgerungskomitees sorgen für Kopfschütteln. Nach Monaten des Ringens um Gerechtigkeit folgt im Oktober das Happy End: Funda Yilmaz erhält den Schweizer Pass!
Die Aargauer Wasserspringerin Michelle Heimberg bei der EM in Kiew.
Walter Dubler, Ex-Gemeindeammann von Wohlen Im Juni endet ein fast zwei Jahre andauernder Justizstreit rund um den ehemaligen Wohler Gemeindeammann Walter Dubler. 2015 wirft SVP-Einwohnerrat Jean-Pierre Gallati Dubler ungetreue Geschäftsbesorgung vor. Es wird Anklage erhoben, der Regierungsrat suspendiert Dubler im November 2015 von seinem Amt. Vom Bezirksgericht Zurzach wird er wegen mehrfachen Betrugs und ungetreuer Geschäftsführung verurteilt. Dubler zieht das Urteil bis vor Bundesgericht weiter. Diesess hebt das Urteil gegen ihn auf und weist es zurück ans Aargauer Obergericht. Dort wird der Wohler Ex-Gemeindeammann Ende August 2017 definitiv und in allen Punkten freigesprochen. Zurück bleiben nach der «Affäre Dubler» nur Verlierer.
Sandro Burki, Neo-Sportchef des FC Aarau Der Verwaltungsrat des FC Aarau hat genug von der sportlich ungenügenden Situation beim FC Aarau und stellt Sportchef Raimondo Ponte per sofort frei. An seine Stelle tritt Sandro Burki, der bisherige Captain des FCA, der damit seine Karriere als aktiver Spieler beendet. Das Glück ist mit dem neuen Sportchef allerdings noch nicht zum FC Aarau zurückgekehrt.
Jonas Fricker, Grünen-Politiker und Ex-Nationalrat Mit einer reichlich unüberlegten Ansprache im Nationalratssaal brachte sich der Aargauer Grünen-Politiker Jonas Fricker im September selbst zu Fall. Im Parlament verglich er die Deportation von Juden mit dem Transport von Schweinen – dies, nachdem er im Fernsehen den Film «Schindlers Liste» gesehen hatte. Nach einer Welle der Empörung zog der junge Politiker die Konsequenzen und reichte seinen Rücktritt als Nationalrat ein.
Irène Kälin, Grünen-Politikerin und Neo-Nationalrätin Der Fauxpas des Parteikollegen ist ihre Fahrkarte ins Bundeshaus: Im Oktober wird bekannt, dass Grünen-Grossrätin Irène Kälin den Platz des zurücktretenden Jonas Fricker im Nationalrat einnimmt. Am 27. November wird sie in Bern vereidigt. Ein Doppelmandat auszuüben, stand für die junge Politikerin nie zur Debatte, weshalb sie ihren Sitz im Grossen Rat des Kantons Aargau räumte.
Dunkler Anzug statt weisser Arztkittel: Markus Wopmann bei der NAB-Gala.
Hanspeter Hilfiker, Neo-Stadtpräsident von Aarau Mit einem hauchdünnen Vorsprung von 144 Stimmen bezwingt Hanspeter Hilfiker (FDP) am 26. November seinen Kontrahenten Daniel Siegenthaler (SP) und zieht als neuer Stadtpräsident von Aarau ins Amt. Damit hat die FDP das vor vier Jahren an die SP verlorene Stadtpräsidium zurückerobert.
Markus Schneider, Neo-Stadtammann von Baden Mit 2493 Stimmen setzt sich Markus Schneider (CVP) gegen Erich Obrist (parteilos, 2246 Stimmen) und Sandra Kohler (parteilos, 734 Stimmen) durch und löst damit Geri Müller als Stadtammann von Baden ab.
Barbara Horlacher, Neo-Stadtammann von Brugg Der Entscheid ist historisch: Mit Barbara Horlacher wird in Brugg erstmals eine Frau und eine Grüne zur Frau Stadtamann gekürt. Die 46-Jährige setzt sich am 26. November mit 563 Stimmen Vorsprung gegen ihren Kontrahenten Titus Meier (FDP) durch.
Herbert Bolliger, abtretender Chef der Migros 12 Jahre war er an der Spitze des grössten privaten Arbeitgebers der Schweiz, dem orangen Riesen Migros. Nun tritt der Herbert Bolliger per Ende Jahr von seinem Amt zurück. In der Sendung «TalkTäglich» von Ende November setzte der Wettinger nochmals Ausrufezeichen und sprach zum Einkaufstourismus, Manager-Boni, seiner Begegnung mit Mick Jagger – und wieso er sich kein Haus an der Goldküste leistet.

Diese Aargauerinnen und Aargauer sorgten 2017 für Schlagzeilen

Archiv

Markus Dieth, CVP-Politiker und neuer Regierungsrat

Markus Dieth

Markus Dieth

SEVERIN BIGLER

Die grössten Schlagzeilen schrieb Markus Dieth eigentlich schon letzten Oktober, als der damalige Gemeindeammann von Wettingen mit einem Glanzresultat von 61'890 Stimmen in die Aargauer Regierung gewählt wurde. «Gewaltig! Ein super Gefühl!», erklärte der frischgebackene Regierungsrat damals in seinem ersten Fernsehinterview nach dem Wahlsieg.

Zum Jahresanfang trat Dieth als Nachfolger von Finanzvorsteher Roland Brogli (†66) sein Amt an und musste bereits im März ein Rekorddefizit von 105 Millionen Franken verkünden. nach einer über 12-stündigen Debatte im Grossen Rat hat der Kanton Aargau für 2018 zwar wieder ein ausgeglichenes Budget. Doch schon im Jahr darauf droht ein neues grosses Defizit.

Franziska Roth, SVP-Politikerin und neue Regierungsrätin

Franziska Roth, SVP-Regierungsrätin und Vorsteherin des Departements Gesundheit und Soziales, in ihrem Büro.

Franziska Roth, SVP-Regierungsrätin und Vorsteherin des Departements Gesundheit und Soziales, in ihrem Büro.

SEVERIN BIGLER

Bereits im Wahlkampf um das Rennen auf den letzten Sitz im Regierungsrat sorgte die SVP-Politikerin und damalige Brugger Bezirksrichterin Franziska Roth für Schlagzeilen. Etwa, als sie bei einer TV-Debatte mit allen sechs Regierungsratskandidaten zum Thema integrative Schule mit einer kontroversen Aussage auffiel.

Sie sagte: «Es gibt Kinder, die unterfordert sind und den Betrieb stören – denen würde man am liebsten löffelweise Ritalin geben, damit sie daran ersticken, wenn sie den Mund aufmachen.» Später relativierte die SVP-Politikerin ihre Worte und hielt fest, dass ihre Aussage ironisch gemeint war und komplett falsch angekommen sei. «Ich bin entschieden gegen die Abgabe von Ritalin und finde dies bedenklich», betonte Roth.

Am 1. Januar 2017 trat die neue Regierungsrätin ihr Amt als Vorsteherin Departement Gesundheit und Soziales an und löste damit Susanne Hochuli (Grüne) ab, die aus eigenen Stücken nicht mehr zur Wiederwahl angetreten war. Nach 100 Tagen im Amt sorgte Roth dann erneut für Schlagzeilen, nachdem sie ihre Vorgängerin an einer Pressekonferenz öffentlich kritisierte. Sie sei überrascht, dass es im Departement keine Strategie gäbe, erklärte die neue Regierungsrätin und ergänzte: «So kann man nicht arbeiten.»

Lucas Fischer, ehemaliger Kunstturner und Autor

Kämpfte sich aus der Krise zurück ins Rampenlicht: Lucas Fischer.

Kämpfte sich aus der Krise zurück ins Rampenlicht: Lucas Fischer.

Keystone/ALEXANDRA WEY

Er galt als eines der grössten Nachwuchstalente im Kunstturnen: 2013 holte sich der in Möriken-Wildegg aufgewachsene Lucas Fischer an der Europameisterschaft gar die Silbermedaille am Barren. Dann folgt der Schock: Wegen einer chronischen Handverletzung musste der Spitzensportler seine junge Karriere jäh abbrechen.

Fischer wird depressiv, entwickelt eine Schlaf- und Essstörung. Auch die Beziehung zu seiner langjährigen Freundin geht in die Brüche. Doch Fischer rafft sich wieder auf: er beginnt wieder zu trainieren und stellt eine eigene Show – eine Mischung aus Artistik, Tanz und Gesang – auf die Beine. Nebenbei schreibt er an seiner Biografie «Tigerherz», mit der er anderen Menschen in ähnlichen Situationen Mut machen will.

Und nicht nur das: In der deutschen TV-Show «Das Supertalent» tanzt und singt sich der Aargauer zurück ins Rampenlicht. Mit seiner Darbietung aus Barrenturnen und Gesang wird Lucas Fischer gar direkt ins Finale gewählt – als erster Schweizer in der Geschichte der RTL-Sendung.

Marinko Jurendic, neuer Cheftrainer des FC Aarau

Marinko Jurendic startete mit dem FC Aarau mit viel Ambition in die neue Saison. Der grosse Erfolg blieb bislang aus.

Marinko Jurendic startete mit dem FC Aarau mit viel Ambition in die neue Saison. Der grosse Erfolg blieb bislang aus.

KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI

Die Bombe platzt im Juni: Der FC Aarau setzt Marco Schällibaum als Cheftrainer ab. Als Grund dafür führte der Verein die enttäuschende Saison an. In der Tat konnten die Aarauer unter der Leitung von Schällibaum von 64 Spielen nur 27 für sich entscheiden.

Schon einen Tag nach der Entlassung Schällibaums steht im Brügglifeld der Mann auf der Matte, der es richten soll: Marinko Jurendic, der in der Szene als grosses Trainertalent gehandelt wird. Zuletzt trainierte er drei Jahre lang den SC Kriens und führte das Team von der 1. Liga an die Spitze der Promotion League.

Doch auch unter Jurendic startet der FC Aarau alles andere als erfolgreich in die neue Saison und verharrt stets am unteren Ende der Tabelle. Den Spielern fehlt es an Aggressivität und Einsatz. Die Ambitionen, vorne mitzuspielen, haben der Abstiegsangst definitiv Platz gemacht.

Funda Yilmaz, Kämpferin für ihre Einbürgerung

Blitzlichgewitter: Funda Yilmaz nach dem positiven Einbürgerungsbescheid mit ihrem Freund Nico. Funda Yilmaz mit ihrem Freund Nico, bei der Abstimmung zu ihrer Einbürgerung am 18. Oktober in Buchs.

Blitzlichgewitter: Funda Yilmaz nach dem positiven Einbürgerungsbescheid mit ihrem Freund Nico. Funda Yilmaz mit ihrem Freund Nico, bei der Abstimmung zu ihrer Einbürgerung am 18. Oktober in Buchs.

SEVERIN BIGLER

Im Juni sorgt die Gemeinde Buchs für Schlagzeilen – nicht nur im Aargau, sondern weit über die Kantonsgrenzen hinaus. Die Geschichte nimmt ihren Lauf an der Einwohnerratssitzung der Gemeinde. Dort wird das Einbürgerungsgesuch der gebürtigen Türkin Funda Yilmaz abgelehnt. Dies, obwohl die junge Frau perfekt Schweizerdeutsch spricht, einen einwandfreien Leumund hat und den Staatskundetest mit 100 Prozent bestanden hat.

Der Entscheid der Einbürgerungskommission löste in der Folge grosse Empörung aus. Besonders umstritten waren insbesondere die 92 Fragen der Einbürgerungskommission, welche die junge Türkin in Verlegenheit und teils in Bedrängnis brachten.

Das wochenlange Ringen um die Einbürgerung endete schliesslich mit einem Happy End für die junge Frau: Am 18. Oktober beschloss der Einwohnerrat von Buchs mit 27 zu 8 Stimmen bei 3 Enthaltungen, Funda Yilmaz das Gemeindebürgerrecht zuzusichern.

Michelle Heimberg, Vize-Europameisterin im Wasserspringen

Die Aargauer Wasserspringerin Michelle Heimberg bei der EM in Kiew.

Die Aargauer Wasserspringerin Michelle Heimberg bei der EM in Kiew.

KEYSTONE/AP/EFREM LUKATSKY

Ihre Leistung war historisch: Michelle Heimberg aus Fislisbach ergatterte im Juni an der Europameisterschaft im Wasserspringen die Silber-Medaille vom 3-Meter-Brett. Es ist in dieser Disziplin die erste Schweizer Medaille in der 91-jährigen Geschichte der kontinentalen Titelkämpfe.

Hier springt die Aargauerin Michelle Heimberg sensationell zu EM-Silber:

Für ihren sportlichen Erfolg wurde die junge Aargauerin zudem mit sechs weiteren Kandidaten für die Auszeichnung «Aargauer des Jahres» nominiert.

Walter Dubler, Ex-Gemeindeammann von Wohlen

Walter Dubler betritt das Rathaus in Zurzach.
5 Bilder
Walter Dubler bricht im Gerichtssaal zusammen - eine Ambulanz wird gerufen
Walter Dubler (rechts) mit seinem Anwalt auf dem Weg zum Bezirksgericht Zurzach.
Walter Dubler betritt das Rathaus in Zurzach.
Markus Moser ist der zuständige Staatsanwalt im Dubler Prozess.

Walter Dubler betritt das Rathaus in Zurzach.

Aargauer Zeitung

Walter Dubler, der ehemalige Gemeindeammann von Wohlen, sorgte monatelang für Schlagzeilen. Der Regierungsrat enthob Dubler aus seinem Amt, weil dieser Reglemente verletzt, Kompetenzen überschritten und Geld nicht an die Gemeinde abgeliefert hatte. Juristisch blieb dagegen nichts hängen. Der parteilose Politiker wurde zwar vom Bezirksgericht Zurzach und vom Obergericht des Betrugs und der ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig gesprochen - das Bundesgericht hat diese Urteile dann aber aufgehoben und an das Obergericht zurückgewiesen. Das Obergericht hat Dubler darauf in allen Punkten freigesprochen.

Grünen-Nationalrat Jonas Fricker tritt zurück

Jonas Frickers Werdegang in Bildern
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Von 2002 bis 2006 sass Fricker für das team baden im Einwohnerrat der Stadt Baden.
Jonas Fricker bei den Grossratswahlen am März 2009 in Aarau. Von 2007 bis 2010 war er Ratsmitglied. Von 2005 bis 2009 war er zudem Parteipräsident der Grünen im Kanton Aargau.
Jonas Fricker gratuliert der neugewählten Regierungsrätin Susanne Hochuli am 30. November 2008 im Grossratsgebäude. Hochuli machte sich für den Badener stark, als er 2015 für das Nationalratsmandat kandidierte. Sie schrieb: “Ich unterstütze Jonas Fricker, weil die Nachhaltigkeit für ihn kein Schlagwort, sondern gelebte Realität ist – in der Familie, im Beruf, in der Politik. Wir brauchen im Bundesparlament Politikerinnen und Politiker, die im Grossen wie im Kleinen immer das Ganze im Auge haben.“
Von 2011 bis 2013 lebte Fricker mit seiner Familie in Amsterdam. Im Bild mit seiner Tochter und seinem Cousin Adrian Hunziker. Fricker ist seit 2011 verheiratet und hat mittlerweile drei Kinder.
Fricker hat an der ETH Zürich Umweltnaturwissenschaften studiert. Neben seiner politischen Laufbahn arbeitete er auch als Lehrer.
2015 kandidierte der Badener für den Nationalrat. Obwohl Irène Kälin aus Lenzburg auf dem ersten Listenplatz kandidierte...
...überrundete Fricker sie mit rund 3000 Stimmen.
Vorfreude: Der Grüne Jonas Fricker vor seinem ersten Tag als gewählter Nationalrat im Parlament.
Euphorie nach der Abstimmung vom 21. Mai: Die Befürworter des neuen Energiegesetzes freuen sich über den unerwartet deutlichen Abstimmungserfolg. Laura Curau (Kampagnenleiterin CVP), Alt-Nationalrat Ruedi Rechsteiner, Beat Jans (Nationalrat SP-BS), Roger Nordmann (Nationalrat SP-VD), Matthias Aebischer (Nationalrat SP-BE), Regula Rytz (Parteipraesidentin Gruene), Jonas Fricker (Nationalrat Gruene-AG), Stefan Mueller-Altermatt (Nationalrat CVP-SO), von links, und weitere Befuerworter der Energiestrategie 2050 jubeln nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnung, im Hauptquartier der Befuerworter der Energiestrategie 2050, am Sonntag, 21. Mai 2017 in Bern.
Jonas Fricker setzte sich auch für die Geschlechter-Gleichstellung ein: Hier während einer Protestaktion mit Maya Graf (Grüne) im Juni 2017 vor dem Bundeshaus.
«Die Menschen, die dort deportiert wurden, die hatten wenigstens eine kleine Chance zu überleben»: Jonas Frickers Rede im Parlament 28. September 2017

Jonas Frickers Werdegang in Bildern

Chris Iseli

Jonas Fricker zieht während der Debatte um die Fair-Food-Initiative einen Vergleich zwischen Schweinetransporten und der Deportation von Juden nach Auschwitz. Als er das letzte Mal eine Dokumentation über solche Tiertransporte gesehen habe, «sind mir unweigerlich die Bilder der Massendeportation nach Auschwitz aus dem Film ‹Schindlers Liste› hochgekommen», sagte er. Und weiter: «Die Menschen, die dort deportiert wurden, die hatten wenigstens eine kleine Chance zu überleben. Die Schweine, die fahren in den sicheren Tod.»

Nach heftiger Kritik zieht er die Konsequenzen und reicht seinen Rücktritt ein. Die Reaktionen auf diesen Schritt fallen unterschiedlich aus. Für Fricker rutscht Irène Kälin in den Nationalrat nach.

Irene Kälin
4 Bilder
Grünen-Politikerin Irène Kälin.
Kälin und Fricker: Parteikollegen mit unterschiedlichen Profilen.
Wahlen 2015 im Aargau: Irène Kälin und Christine Egerszegi (FDP) im Grossratskeller.

Irene Kälin

Alex Spichale

Kinderarzt Markus Wopmann ist Aargauer des Jahres

Dunkler Anzug statt weisser Arztkittel: Markus Wopmann bei der NAB-Gala.

Dunkler Anzug statt weisser Arztkittel: Markus Wopmann bei der NAB-Gala.

Andre Albrecht;André Albrecht;

Der neue Aargauer des Jahres heisst Markus Wopmann (62). Der Kinderarzt aus Würenlos gewinnt das Voting mit 52,7 Prozent der Stimmen. Er wird für sein grosses und jahrzehntelanges Engagement für misshandelte Kinder ausgezeichnet.

Seit 30 Jahren engagiert sich Wopmann für den Schutz misshandelter Kinder. Im Gespräch bei Talk Täglich lässt er die Momente nach seiner Wahl Revue passieren und spricht über die schlimmsten Misshandlungsfälle, die er je erlebte.

Herbert Bolliger, abtretender Chef der Migros

Herbert Bolliger scheidet per Ende Jahr aus der Migros aus. Insgesamt stand er fast 13 Jahre an der Spitze des grössten Detailhändlers der Schweiz.
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Nach einem fast kompletten Berufsleben bei Migros sagt Chef Herbert Bolliger: "Ich bereue nichts." (Archivbild)
Bundesrat Ueli Maurer mit Bollige und Hühnern bei einem Brunch auf einem Bauernhof in Uetikon am See (ZH) am 1. August 2012.
Bolliger griff in seiner Funktion als Migros-Chef nicht vor deutlicher Kritik zurück: 2012 griff er etwa die Stiftung für Konsumentenschutz an, weil diese eine Broschüre mit Tipps zum Einkaufen im Ausland publiziert hatte. «Ich finde das völlig daneben», sagte Bolliger im AZ-Interview.
Seit 2005 ist Herbert Bolliger Chef der Migros. Am meisten Veränderungen für den Handel brachte in diesen mehr als zehn Jahren die Digitalisierung. (Archivbild)
Bolliger im "TalkTäglich" Ende November 2017: «Meinem Nachfolger übergebe ich ein Couvert mit Geld – das ich nicht verbuchen konnte.»
Migros-CEO Bolliger mit seiner Gattin Beatrice.
Festredner Herbert Bolliger mit Gattin Beatrice 2012 an der 1. August-Feier in Baden.
Migros-Chef Herbert Bolliger mit Starwerber Frank Bodin im VIP-Zelt während draussen Lovebugs spielt
Bolliger 2012 am Zurich Film Festival.
Bolliger mit AKB-Bankpräsident Dieter Egloff an der Grossratspräsidentenfeier von Markus Dieth.
Migros-Konzernchef Herbert Bolliger findet es inspirierend, in eine andere Welt einzutauchen und lässt sich jeweils gerne überraschen. Zusammen mit seiner Ehefrau Beatrice hat er alle Produktionen von Tanz & Kunst Königsfelden gesehen.

Herbert Bolliger scheidet per Ende Jahr aus der Migros aus. Insgesamt stand er fast 13 Jahre an der Spitze des grössten Detailhändlers der Schweiz.

Sandra Ardizzone

Herbert Bolliger tritt nach fast 13 Jahren an der Spitze des Migros-Genossenschafts- Bundes ab. Im grossen Interview spricht er über verpasste Deals, den Kauf seines Lebens und über den «Herzwert» des orangen Riesen. Und im «TalkTäglich» setzt der Wettinger nochmals Ausrufezeichen: zum Einkaufstourismus, Manager-Boni, seiner Begegnung mit Mick Jagger – und wieso er sich kein Haus an der Goldküste leistet.