Bei den Fledermäusen hat sich weltweit mit über 1000 Arten eine grosse Vielfalt entwickelt. In der Schweiz wurden bisher 30 Arten festgestellt, was rund einem Drittel der einheimischen Säugetierarten entspricht. Im Aargau zählt man laut dem neuen Fledermausinventar 21 Arten. Bei uns sind Fledermäuse im Sommerhalbjahr aktiv, im Winter im Winterschlaf. Dank ihrem Echoorientierungssystem mit Ultraschall können sie nachts nach Nahrung suchen. Sie ernähren sich vorwiegend von Insekten.

Die heimischen Fledermausarten verbringen den grössten Teil ihres Lebens in Quartieren, wo sie tagsüber schlafen, die Jungen aufziehen und Winterschlaf halten. Die meisten Arten überwintern in unterirdischen, frostsicheren und feuchten Räumen wie Höhlen, Stollen und Felsspalten. Nur wenige Fledermausarten überwintern in Baumhöhlen, Gebäudespalten und Holzbeigen. Im Sommerhalbjahr wechseln die Tiere in die Sommerquartiere. Einige Arten nutzen laut Spezialist Andres Beck Dachstöcke und Hohlräume in Brücken, andere suchen Spalten von Zwischendächern, Wandverschalungen, Rollladenkästen oder Baumhöhlen auf.

Die Weibchen schliessen sich für die Geburt und Aufzucht der Jungtiere zu sogenannten Wochenstuben zusammen. Das Weibchen bringt im Juni nach mehreren Wochen Tragzeit ein Junges zur Welt. Wenige Arten haben auch Zwillinge. Die Jungen werden vier bis sechs Wochen gesäugt, bis sie flugfähig sind und selber nach Nahrung suchen können. Diese suchen die Fledermäuse ausserhalb der Quartiere in Jagdgebieten. Die können nahe am Quartier oder mehrere Kilometer weit sein. Einige Arten nutzen laut Beck Flugrouten, um in die Jagdgebiete zu gelangen. Dabei fliegen sie tief entlang von Landschaftsstrukturen wie Waldrändern, Hecken, Bachläufen oder Baumreihen. (MKU) 

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