«Kurz nachdem wir geheiratet haben, hat mir meine Frau gesagt: ‹Ich komme mit dir überallhin mit – Hauptsache ich kann reisen», erzählt Rolf Humbel und lacht.

Seither ist ihm seine Frau an die entlegensten Orte gefolgt: Nach Grönland, nach Lappland, in den Regenwald und im November 2015 in die Antarktis. «Wir mögen die Wärme nicht mehr so sehr», sagt Ruth Humbel zu ihren meist sehr kalten Feriendestinationen.

Ein Jahr lang haben sich die beiden vorbereitet auf ihre Reise auf den sechsten Kontinent. Rolf Humbel hat ein spezielles Stativ gebaut, damit er beispielsweise Pinguine ohne grosse Verrenkungen fotografieren und filmen kann.

Ausserdem hat er in den Sommerferien die Reisedokumentation, ein dickes Buch, verschlungen. Später hat sich auch seine Frau damit auseinandergesetzt. «Und danach konnte sie nicht mehr schlafen», schmunzelt er.

Das Bild vom Schlauchboot, das die Reisenden vom sicheren Kreuzfahrtschiff über die aufgewühlte, kalte See an Land bringt, habe sie verunsichert. «Ich dachte, wir seien bestimmt die Ältesten und die ‹Gstabigsten›. Aber Jüngere haben sich noch viel ungeschickter angestellt als wir», erzählt die 75-Jährige.

Haushohe Wellen

Die dreiwöchige Reise in die Antarktis ist dem Ehepaar Humbel in guter Erinnerung geblieben. In so guter, dass sie heute am Brittnauer Seniorennachmittag davon erzählen werden. «Die CD mit Filmmaterial und Fotos habe ich von etwa vier Stunden auf ein erträgliches Mass gekürzt», sagt Rolf Humbel.

Der 78-Jährige war die treibende Kraft bei dieser Reise. Er hat sich den Traum erfüllt, die verschiedenen Pinguinarten, die Seeelefanten, die Seebären, Robben und all die anderen Tiere von Nahem zu sehen.

«Eine Kreuzfahrt ohne Landgänge, das wäre nichts für uns gewesen», betont seine Frau. Deshalb hat sich das Ehepaar für diese Reise entschieden, die unter anderem von Meeresbiologen und Gletscherforschern begleitet worden ist.

Ausserdem wurden auf Südgeorgien und der antarktischen Halbinsel bis zu vier Landgänge pro Tag geboten. «Es war sehr streng», erinnert sich das Ehepaar. Auch die ruppige Anreise – rund um die Antarktis herrschen meist Sturm und hohe Wellen – hielt Humbels nicht von dem Abenteuer ab.

«Wir sind seefest», betonen die beiden. Ganz im Gegensatz zu vielen Mitreisenden. Teilweise sei der Speisesaal nur zu einem Drittel besetzt gewesen.

Antarktis-Vortrag von Ruth und Rolf Humbel am Seniorennachmittag im Brittnauer Kirchgemeindehaus heute um 14 Uhr