Wenn für andere der Tag erst beginnt, geht es für sie bereits in Richtung Feierabend: Von Montag bis Samstag müssen die Verträgerinnen und Verträger der AZ die Zeitungen jeden Morgen bis um 6.30 Uhr verteilt haben. Damit die Zeitung rechtzeitig zum Frühstück im Briefkasten liegt, müssen sie bereits um 5 Uhr mit ihrer Tour beginnen. «Für ihre Arbeit wollen wir uns bedanken», sagt Richard Schmied, Geschäftsführer der AZ Vertriebs AG. Deshalb wird für die Verträger jährlich ein Abendessen organisiert. Am Freitag fand bereits der 15. «Verträgerplausch» statt. Rund 330 Verträgerinnen und Verträger waren in der Bärenmatte in Suhr dabei.

Ans frühe Aufstehen gewöhnt

Einer von ihnen ist Michael Hardegger. Seit zehn Jahren verträgt er in Gränichen Zeitungen. Ans frühe Aufstehen hat er sich längst gewöhnt, mittlerweile geniesst er es sogar. «Es ist unglaublich spannend, am frühen Morgen die Jahreszeiten in der Natur mitzuerleben», sagt er. An seinem Job mag er Hardegger die Selbstständigkeit: «Kein Chef, der einem ständig über die Schulter schaut», sagt er und lacht. Am Verträgeressen ist er jedes Jahr dabei. Es sei schön, sich mit den Kollegen auszutauschen. Allzu lange wird er jedoch nicht bleiben: Um für die Samstagsschicht um 4.30 Uhr aufzustehen, gehe er meistens um 21 Uhr ins Bett: «So viel Schlaf brauche ich einfach.»

Auch Svetlana Meinz-Kutakova geniesst die jährlichen Abendessen mit den Kollegen. «Die verstehen einen eben», sagt sie. Auch sie verträgt bereits seit zehn Jahren Zeitungen und ist in Untersiggenthal und Station Siggenthal unterwegs. Mit kleinen Kindern zu Hause seien die Arbeitszeiten optimal. Dass ihr Einsatz mit einem Abend wie diesem geschätzt wird, freut sie besonders. «Balsam fürs Herz», sagt sie.

Chefredaktor bedankt sich

Wie wichtig die Arbeit der Verträger ist, betont auch Patrik Müller, Chefredaktor von CH Media und der Schweiz am Wochenende. «Sie gehen bei Wind und Wetter raus, wenn wir Journalisten noch schlafen. Ohne Sie geht gar nichts», sagt er in Suhr. Die Zeitungsausgabe sei erst dann fertig, wenn sie von den Verträgern in den Briefkasten gelegt werde. Während sich Patrik Müller im Namen der Redaktion herzlich bei allen Anwesenden bedankt, wird bereits der erste Gang serviert.

Nach dem Essen dankt Richard Schmied in seiner Rede allen Verträgern für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr. Er erwähnt die Veränderungen, die sich für die Verträger ergeben: «Die Routen müssen immer wieder neu angepasst werden, was mit viel Aufwand verbunden ist», so Schmied. Auch ein neues Digitalisierungsprojekt, das zurzeit startet, findet in seiner Ansprache Platz. Damit sollen die Abläufe der Verträger automatisch erfasst und der Zeitaufwand berechnet werden. Ein weiterer Dank folgt nach der Ansprache zum Schluss des Abends: 14 Geschenkkörbe werden unter den Verträgern verlost.
Nicht alle sind für diesen Teil noch anwesend, denn die Schicht für die Verträgerinnen und Verträger beginnt am nächsten Tag früh. Aber Svetlana Meinz-Kutakova will den speziellen Abend in vollen Zügen geniessen: «So etwas findet ja nicht täglich statt.»