Wie hat sich das Center seit der Neueröffnung 2010 entwickelt?

Sehr erfreulich. 2017 hatten wir eine Frequenzzunahme von 103,5 Prozent. Die Umsatzentwicklung ist auch positiv. Dies hat sich in den Zahlen 2010- 2018 jedoch nicht immer so gezeigt, denn wir haben in dieser Zeit viel in die Neuausrichtung investiert. Im Shoppi haben wir in drei Jahren jedes Geschäft umgebaut und es ist zu Flächenveränderungen gekommen. Total liegen wir jetzt bei einem Umsatz von 409 Mio. Franken und sind somit das zweitstärkste Einkaufscenter im Land.

Wie fest wird dem Umstand, dass man das erste grosse Shoppingcenter der Schweiz war, bei Umbauten Rechnung getragen?

Wir haben drei unterschiedliche Malls aus der Bauart des Shoppi und des Tivoli. 2007 ist ein neues Bauelement «CenterMall» dazugekommen und hat die zwei Center miteinander vereint. Die drei Malls sind unterschiedlich ausgerichtet, das pflegen wir auch mit unterschiedlicher Deko.

Welchen Stellenwert hat das Shoppi Tivoli für die Bevölkerung von Spreitenbach?

Es hat sicher mitgeholfen, dass Spreitenbach bekannt wurde. Es war ein grosser Schritt, das erste Einkaufscenter nach amerikanischem Vorbild hier zu bauen. Kunden liefen am Sonntag durch die Malls, und dies bei geschlossenen Läden! Heute ist es ein wichtiger Arbeitsplatzbringer für das ganze Limmattal, haben wir doch rund 1500 Arbeitsplätze. Und das Hallenbad, das heute fast ausschliesslich für das Schulschwimmen genutzt wird, ist zu einem Grossteil durch die Center-Eigentümer finanziert.

Was sagen Sie zur Kritik, Sie hätten den Dörfern die Zentrumshoheit entrissen, ohne soziale Verantwortung zu übernehmen?

Wir übernehmen grosse Verantwortung und unterstützen die Gemeinde in vielen Punkten. Jedes Jahr geht ein grosser Betrag an die Gemeinde Spreitenbach für Projekte, die der Bevölkerung zugutekommen. 2017 ging das Geld an die Kindertagesstätte Chäferstube. Durch die grossen Investitionen ins Hallenbad findet da auch das Schul- und Kinderschwimmen statt, und eine Person von uns ist in die Jugendarbeit involviert.

Die meisten kaufen heute online ein. Wie fest sind Sie bedroht?

Es ist nicht nur der Online-Handel, auch das Ausland. Fliegen ist günstig, viele shoppen unterwegs. Als grosses Einkaufscenter können wir uns aber durch Auswahl, Events und Freizeitbeschäftigung abheben. Der Kunde trifft sich bei uns, isst, shoppt und verbringt so die Zeit bei uns. Der Einkauf ist eine schöne Nebensache. Dienstleistungen in den Bereichen Wellness, Schönheit, Gesundheit aber auch Business und Kinderbetreuung werden wichtiger.

Wie sehen Sie in die Zukunft?

In den nächsten fünf Jahren ist eine Bereinigung der Verkaufsflächen in der Schweiz zu erwarten. Einige Einkaufscenter werden eine Umnutzung erfahren. Es wird noch mehr Freizeitangebote und Dienstleistungen geben. Wir organisieren Events und wollen ein Treffpunkt sein.