Steinach SG
Sexuelle Handlungen mit Kindern? Gemeindeschreiber findet neue Stelle im Aargau – und bestreitet Vorwürfe

Ein Gemeindeschreiber aus dem Kanton St. Gallen verlor seine Stelle wegen des Vorwurfs, sexuelle Handlungen mit Kindern begangen zu haben. Nun hat er im Aargau einen neuen Job. Sein Arbeitgeber weiss Bescheid über das Verfahren und glaubt ihm.

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Der Mann war im November im Steinacher Gemeindehaus verhaftet worden.

Der Mann war im November im Steinacher Gemeindehaus verhaftet worden.

Lisa Jenny

So ist der ehemalige Gemeindeschreiber sogar an der Firma beteiligt. «Unser neuer Partner hat uns glaubhaft versichert, dass die Vorwürfe in dieser Form nicht zutreffen», so der Aargauer Arbeitgeber auf Anfrage von «Blick». Der Ostschweizer habe gemäss Recherchen der Zeitung die Zeit nach seiner Freilassung genutzt, um sich neu zu orientieren und so im Aargau, wo er jetzt auch lebt, die Stelle gefunden.

Der ehemalige Gemeindeschreiber habe die Verantwortlichen ausführlich und transparent über das laufende Verfahren informiert. Der Arbeitgeber halte fest, dass er es als heikel ansehe, wenn Personen mit laufendem Verfahren ein moralisches Berufsverbot auferlegt wird. Für den Ostschweizer gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung.

Die Kantonspolizei hatte den damaligen Steinacher Gemeindeschreiber am 13. November 2019 am Arbeitsplatz verhaftet. Laut Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen haben der Verdacht auf die Herstellung und Zugänglichmachung illegaler Pornografie im Internet und sexueller Handlungen mit Kindern den Zugriff nötig gemacht. Gleichzeitig wurde beim Beschuldigten auch eine Hausdurchsuchung vorgenommen.

Das Zwangsmassnahmengericht hat damals entschieden, dass der Mann in Untersuchungshaft kommt. Diese wurde bis 15. Januar 2020 bewilligt. Der ehemalige Gemeindeschreiber wurde jedoch vorzeitig entlassen. «Das Verfahren ist noch immer pendent», sagt Beatrice Giger, Mediensprecherin der St. Galler Staatsanwaltschaft, auf Anfrage von «Blick». Aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation komme es zurzeit auch in Strafverfahren zu Verzögerungen, erklärt Giger. (red/nat)