Serie Frauenstimmen
Claudia Rohrer: «In der Gemeinschaft und nicht beim Individuum liegt unsere Zukunft»

Als Rechtsanwältin und SP-Co-Fraktionspräsidentin im Grossen Rat setzt sich Claudia Rohrer dafür ein, dass alle möglichst die gleichen Chancen haben.

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Als 1971 das Frauenstimmrecht eingeführt wurde, war Claudia Rohrer vier Jahre alt und zog von Basel aufs «Land» nach Rheinfelden.

Als 1971 das Frauenstimmrecht eingeführt wurde, war Claudia Rohrer vier Jahre alt und zog von Basel aufs «Land» nach Rheinfelden.

Iris Krebs

Wer sind Sie?

Ich bin Claudia Rohrer. Ich setze mich beharrlich für die Solidarität und die Gleichstellung ein, sowohl in meiner Partei der SP als auch in meinem Beruf als Rechtsanwältin.

Wofür erheben Sie Ihre Stimme?

Wir leben in einem der schönsten und sichersten Länder der Welt. Unsere Ansprüche sind entsprechend hoch. Diese hohen Ansprüche sind auch bei uns stark umkämpft und unsere Privilegien stehen nicht allen offen. Ich setze mich dafür ein, dass alle möglichst die gleichen Chancen haben. Gleichstellung heisst, dass alle Menschen ihre aktuelle Situation und ihre Zukunft frei gestalten können sollen, unabhängig von ihrer familiären oder sozialen Herkunft und unabhängig vom Geschlecht.

Was haben Sie im Jahr 1971 gemacht?

Ich war vier Jahre alt, meine Familie zog von Basel aufs «Land» nach Rheinfelden, wo ich heute noch lebe, arbeite und politisiere. Der Umzug half der Ehe meiner Eltern nicht, sodass ich ab diesem Zeitpunkt erlebt habe, was es heisst, wenn die Mutter alleinerziehend und der Vater unterhaltsverpflichtet ist. Meine Eltern haben ihre jeweiligen Rollen gut gemeistert, und seither hat sich vieles verändert. Und, mein Vater legte damals die Stimme ein, dass ich heute politisch aktiv sein kann.

Chancengleichheit, was braucht es dazu?

Die Einsicht und der Wille, dass Chancen, Macht und Ressourcen geteilt werden müssen und auch gerechter verteilt werden. Das führt zwangsläufig auch zu weniger Chancen für jene Personen, welche bisher leichter Zugang zu Macht und Ressourcen hatten. Wir benötigen auch eine stete Diskussion, wie wir unsere Gesellschaft stärken können und nicht nur, wie es dem Individuum besser gehen kann.

Wovon träumen Sie?

Ich wünsche mir, dass wir unsere Gesellschaft gemeinsam weiterentwickeln, dass wir individuell leben und unser Gemeinschaftsgefühl stärken. In der Gemeinschaft und nicht beim Individuum liegt unsere Zukunft.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Dieses Gefühl kenne ich weniger. Ich bin einfach sehr zufrieden und glücklich, dass ich hier in der Schweiz lebe und mein Leben gestalten konnte, sei es als Kommandantin der Feuerwehr Rheinfelden, sei es als Anwältin oder als Frau in der Politik oder auf Reisen.

Was ist Ihr Wunsch für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass wir unsere solidarische Gemeinschaft stärken und die Herausforderungen gemeinsam meistern können. Was ist Ihr Leitsatz? Aus der Vergangenheit lernen, im Jetzt leben und gemeinsam die Zukunft gestalten.

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