80 statt 120
Sensoren bestimmen Tempolimite zwischen Lenzburg und Birrfeld

Im Aargau auf der A1 wird zur Zeit ein dynamisches Geschwindigkeitssystem getestet. Damit soll der Verkehr verflüssigt und Staus vermieden werden. Die Probezeit läuft noch bis Ende Monat.

Nik Dömer
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Weniger Tempo, weniger Stau: Auf der A1 wird ein neues Geschwindikeitssystem getestet.

Weniger Tempo, weniger Stau: Auf der A1 wird ein neues Geschwindikeitssystem getestet.

Alessandro Della Bella/Keystone

Autofahrer, die regelmässig die A1 benutzen, wird es in den letzten Tagen aufgefallen sein: Zwischen Lenzburg und Birrfeld sind neu elektrische Geschwindigkeitstafel montiert, die von einem Moment auf den anderen Tempolimit 100 oder sogar 80 anzeigen. Wer dabei eine Baustelle erwartet, irrt. Hier handelt es sich nicht um eine Tempodrosselung wegen baulich eingeschränkter Fahrbahn, sondern um ein sogenannt dynamisches Geschwindigkeitssystem.

Künftig sollen nämlich auf rund einem Viertel des Schweizer Autobahnnetzes flexible Tempo-Limiten gelten. Bereits auf 170 Autobahnkilometern ist das entsprechende dynamische Geschwindigkeitssystem eingeführt. Der Bund plant eine Ausweitung des Geschwindigkeitsregimes auf insgesamt 450 Kilometer. Zurzeit sind auch im Aargau auf mehreren Abschnitten der A1 die umschaltbaren Geschwindigkeitstafeln installiert. Weitere sind in Planung sobald eine Sanierung ansteht.

Ziel ist, mit flexiblen Tempolimiten Staus zu vermeiden, den Verkehr möglichst flüssig zu halten.

System wird noch von Hand gesteuert

Esther Widmer von der zuständigen Astra-Filiale Zofingen bestätigt: «Wir haben zwischen Lenzburg und Birrfeld den Probebetrieb des dynamischen Geschwindigkeitssystem anfangs Februar 2015 aufgenommen. Dieser dauert voraussichtlich noch bis Ende des Monats», so die Mediensprecherin vom Bundesamt für Strassen. «In dieser Zeit erfolgt die Feinjustierung des Systems, so dass der Verkehr je nach Aufkommen verflüssigt wird. Das heisst, bei viel Verkehr wird die Geschwindigkeit auf 100 oder 80 km/h reduziert.» Dies soll vor allem in den Stosszeiten nützlich sein. Auf dem Abschnitt zwischen Härkingen-Wiggertal wird das System schon seit längerem angewendet.

Die Geschwindigkeitstafeln funktionieren mit Sensoren, die das Verkehrsaufkommen messen. Sobald dieses eine gewisse Frequenz erreicht hat, geht eine Meldung bei der Verkehrsmanagement-Zentrale in Emmenbrücke ein. Dort entscheiden dann Verkehrsexperten, ob das Tempolimit auf 80 oder 100 Stundenkilometer gesetzt wird. Dieser Vorgang soll sich nach der Probezeit automatisieren.

Offenbar funktioniert das Steuerungssystem noch nicht optimal. «Die Sensoren sind momentan noch sehr fein eingestellt und geben zu schnell ein Signal, so dass die Verantwortlichen der Verkehrsleitzentrale von Hand die Signalisationen korrigieren müssen», erklärt Widmer. Ziel sei es, dass am Ende niemand mehr eingreifen müsse. Das heisst: Gerät der Verkehr ins Stocken, wird die Tempolimite automatisch auf 100 oder 80 Stundenkilometer reduziert.

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