Tragischer kann es für die Frau von Semun A. nicht mehr kommen: Sie verliert in einer Nacht ihren Mann, ihre Eltern und ihren Bruder. Wenigstens hat sie sich und ihre drei gemeinsamen Kinder rechtzeitig vor ihm gerettet. 

Das Leben der verheirateten Frau war aber schon zuvor die Hölle, wie der "SonntagsBlick" nun schreibt. Der türkischstämmige Semun A. verbietet ihr den Kontakt mit ihren Eltern. Isoliert habe sich die Mutter um ihre drei gemeinsamen Kinder gekümmert, wie eine Nachbarin erzählt. Sie sei aber unter ständigem Druck gestanden, alles für Semun A. zu erledigen. Freitags und samstags konnte sie dem Regime ihres Mannes entkommen. Dann hätte sie als Verkäuferin im Supermarkt gearbeitet. 

Der Mörder von Würenlingen

Der Mörder von Würenlingen

Wenn die Frau ihre Aufgaben nicht so erledigt hätte, wie Semun es wollte, sei sie angeschrien worden, sagt die Nachbarin weiter. 

Die Mutter von drei Kindern sei im Quartier missverstanden worden. "Sie galt als unfreundlich, obwohl sie sicher ein herzlicher Mensch ist", sagt die Anwohnerin. Sie hat auf der Strasse nie gegrüsst. Auch das hat ihr Semun A. verboten. 

Die junge Frau, die aus einer gutbürgerlichen Familie stammt, hat sich rechtzeitig von ihm losgesagt: Ein paar Tage bevor Semun A. aus der Psychiatrie zurückkehrt, haut sie mit ihren Kindern ab. Sie ist heute in einer Institution im Kanton Schwyz untergebracht, die Kinder sind fremdplatziert. 

Am Samstagabend, 9. Mai, tötete Semun A. seine Schwiegereltern, seinen Schwager und einen unbeteiligten Nachbar. Am Schluss des Blutbads richtete er sich selbst. Er feuerte insgesamt 14 Schüsse ab. (fam)