In enger Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft untersuchen die Archäologinnen und Archäologen die rund 2000 Quadratmeter grosse Grabungsfläche. Dabei werden alle Befunde fotografisch und zeichnerisch aufgenommen und das Fundmaterial geborgen.

Nach Abschluss der Arbeit wird das Areal termingerecht für den Baubeginn freigegeben. Nach Abschluss der Ausgrabung wird eine umfangreiche Dokumentation erstellt sowie das Fundmaterial inventarisiert und eingelagert. Die Grabungsarbeiten dauern voraussichtlich bis Anfang Mai 2019.

Im Herbst 2018 dokumentierte das Grabungsteam während des Aushubs für das erste Mehrfamilienhaus Befunde der Mittelbronzezeit und der Eisenzeit. Einer der Fundorte war ein vier mal vier Meter grosses, in den Boden eingelassenes Gebäude, das möglicherweise als Webhäuschen oder zur Vorratshaltung gedient hatte.

Die Keramik, die im Grubenhaus gefunden wurde, stammt vermutlich aus der Eisenzeit, also aus dem fünften Jahrhundert vor Christus. In einem Keramikdepot fanden sich grosse Fragmente von Gefässen aus der Mittelbronzezeit, aus den Jahren 1600 bis 1250 vor Christus.

Die restlichen Funde in Form von Feuerstellen und Gräben könnten bisher zeitlich nicht eingeordnet werden, teilte die Kantonsarchäologie Aargau am Dienstag mit. Eine sogenannte Binninger Nadel, eine Nadel zum Verschliessen der Kleidung, zeige aber, dass mit einer Besiedlung in der frühen Spätbronzezeit, um 1250 vor Christus, gerechnet werden müsse.

Derzeit dokumentiert das Team Planien und Feuerstellen der mittleren Bronzezeit. Am Ostrand der Grabungsfläche fand man einen Bachlauf, der künstlich befestigt war. Westlich vom Bachlauf zeichnen sich grossflächig lineare Strukturen ab, vermutlich war dies ein Balkenlager.