Kroatien-Connection
«Sehr enttäuscht» – auch der verantwortliche Möbelbeschaffer hat bei Hochuli gekündigt

Er hat die ganze Beschaffungsaffäre ausgelöst: der zuständige Mann für Möbelbeschaffung in Hochulis Asylsektion. Wie andere leitende Angestellte im Departement hat auch er umgehend gekündigt, wie sich jetzt herausstellt.

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Schränke wie diese liess der Beamte bei der Frau seines Cousins bestellen

Schränke wie diese liess der Beamte bei der Frau seines Cousins bestellen

Alex Spichale

Nach Bekanntwerden der Affäre um die Möbelbeschaffung für Asylunterkünfte hatte die zuständige Regierungsrätin Susanne Hochuli eine Sonderprüfung beantragt und der Sektion Asyl Entscheidungskompetenzen entzogen. Dies löste einen Exodus beim Führungspersonal aus, das nicht einverstanden war mit diesem Vorgehen.

Wie sich jetzt herausstellt, hat auch der Mann das Departement verlassen, der die Affäre ausgelöst hatte: der Zuständige für die Möbelbeschaffung. Der Staatsangestellte hatte der Frau seines kroatischen Cousins Aufträge im Wert von rund 750 000 Franken vergeben.

Der verantwortliche Fachbereichsleiter hat das Submissionsdekret verletzt, aber sich nicht persönlich bereichert, wie aus dem Bericht der Finanzkontrolle hervorgeht. Der Mann habe während der «hektischen Zeit sehr zuverlässig und mit grossem Engagement die nicht einfache Aufgabe erfüllt», sagte Hochuli in der letzten Sitzung der Kommission für Gesundheit und Sozialwesen. Doch er sei über die Veranlassung der Sonderprüfung «sehr enttäuscht» gewesen, so Hochuli. Deshalb habe er «umgehend gekündigt».

«Wir haben immer offensiv kommuniziert», betont Hochuli. Trotzdem sind die betroffenen Massnahmen von der Abteilung «nicht gut aufgenommen» worden. Die Folge waren die zum Teil bekannten Kündigungen seitens Schlüsselmitarbeitern: Cornelia Breitschmid, Leiterin kantonaler Sozialdienst, deren Lebenspartner sowie ein weiterer leitender Angestellte im Asylwesen nahmen den Hut.

Ein auffallender Möbelwagen

Ein Möbelwagen mit kroatischen Kennzeichen stand am Anfang der Affäre. Für eine Asylunterkunft in Wohlen wurden Möbel aus Kroatien angeliefert. Die az wurde darauf aufmerksam. Recherchen brachten an den Tag, dass der Zuständige im Departement Gesundheit und Soziales die Möbel für Asylunterkünfte von einer Firma bezog, die der Frau seines kroatischen Cousins gehört. Diese Vetternwirtschaft rief die Departementsleitung auf den Plan. Susanne Hochuli hat darauf die Sonderprüfung des Asylbereichs durch die Finanzkontrolle beantragt.

Aufgefallen: Möbelwagen mit kroatischen Nummernschildern vor der Asylunterkunft in Wohlen. Archiv/Fabio Vonarburg

Aufgefallen: Möbelwagen mit kroatischen Nummernschildern vor der Asylunterkunft in Wohlen. Archiv/Fabio Vonarburg

Die Affäre ist nicht ausgestanden. Wie die az berichtet, beantragt die Kommission für Gesundheit und Sozialwesen, die Angelegenheit zur vertieften Untersuchung an eine andere Kommission wie der GPK zu übertragen. (roc)

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