Alt Regierungsrat
Sechs Monate nach Rücktritt: Roland Brogli (†66) nach Hirnblutung verstorben

Alt Regierungsrat Roland Brogli ist am Montagabend an einer Hirnblutung verstorben. Der frühere Aargauer Finanzdirektor wurde 66 Jahre alt.

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Roland Brogli – wichtige Stationen
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2000 wird Roland Brogli (ganz links) in den Aargauer Regierungsrat gewählt. Zur Exekutive gehören ausserdem Peter Beyeler (FDP) Kurt Wernli (parteilos) Ernst Hasler (SVP) und Rainer Huber (parteilos, von links).
Zusammen mit Beyeler lobbyiert Brogli (2. von links) 2002 im Bundeshaus für einen Bundesgerichtsstandort im Aargau.
Mit dem damaligen Bundesrat Joseph Deiss reist Brogli im April 2003 an die weltgrösste Wirtschaftsmesse in Hannover.
Im Mai 2003 eröffnet Brogli zusammen mit der Zürcher Regierungsrätin Dorothee Fierz, dem Aargauer Landammann Peter Beyeler und Bundesrat Moritz Leuenberger die dritte Baregg-Tunnelröhre in Baden.
2004 wird Brogli (Mitte) zum ersten Mal wiedergewählt. Mit ihm bilden Peter Beyeler, Kurt Wernli, Rainer Huber und Ernst Hasler (von links) die Regierung.
2008 erhält Brogli drei neue Gspänli im Regierungsrat: Susanne Hochuli (Grüne) und Urs Hofmann (SP, ganz rechts). Nicht im Bild: Alex Hürzeler (SVP).
Als Regierungspräsident gratuliert Brogli im Dezember 2009 Doris Leuthard zur Wahl zur Bundespräsidentin.
2012 wird Brogli zum dritten Mal wiedergewählt. Neben ihm schreiten die wiedergewählten Hochuli und Hürzeler ins Regierungsgebäude in Aarau.
Am 21. November 2014 kommt der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann zu Besuch nach Aarau. Brogli empfängt ihn ebenso wie Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf.
2015 ist der Aargau Gastkanton an der Olma in St. Gallen. An der Eröffnung der Landwirtschaftsmesse tauscht sich Brogli mit Bundesrat Johann Schneider-Ammann aus.
Nach 16 Jahren im Regierungsrat ist Schluss: Am 23. Dezember 2016 übergibt Brogli sein Büro an seinen Nachfolger Markus Dieth. Mit ihnen posieren Claudia Frey (rechts, persönliche Assistentin von Brogli) und Sonja Huber (persönliche Assistentin von Dieth).
Am 1. Juni 2017 tritt Roland Brogli letztmals öffentlich in Erscheinung: An der Generalversammlung der Aargauischen Industrie- und Handelskammer in Wettingen begleitet ihn seine Frau Rosmarie (links). Daneben steht CVP-Aargau-Präsidentin Marianne Binder-Keller.

Roland Brogli – wichtige Stationen

SEVERIN BIGLER

«Mit Roland Brogli verlieren wir einen liebenswürdigen ehemaligen Kollegen, der sich um den Kanton Aargau verdient gemacht hat.» Mit diesen Worten meldet der Aargauer Landammann Stephan Attiger am Dienstag den Tod seines ehemaligen Regierungskollegen Roland Brogli.

Der Regierungsrat habe mit grosser Betroffenheit vom Hinschied von Roland Brogli Kenntnis genommen, so Attiger weiter. Brogli sei am Montagabend, nur einen Tag nach seinem 66. Geburtstag, «plötzlich verstorben». Wie Patricia Kettner, Generalsekretärin ad interim, auf Anfrage sagt, sei Brogli an einer Hirnblutung gestorben.

Portrait von Roland Brogli

Die az veröffentlichte vor wenigen Wochen ein Portrait über den am Montagabend verstorbenen Roland Brogli (66†), in dem er über sein Leben nach der Politik und seine Pläne sprach. Aus traurigem Anlass hier der Text zur Nachlese: Alt Regierungsrat Roland Brogli: «Die Krankheit machte mich unglaublich stark»

Der Regierungsrat trauere um einen ehemaligen Kollegen, der sich um den Kanton Aargau grosse Verdienste erworben habe, so Attiger. Er entbiete Ehefrau Rosmarie Brogli und der Familie sein Beileid.

Von Beginn weg Finanzdirektor

Brogli hat sein Amt Ende 2016 niedergelegt. Er war seit 2001 Aargauer Regierungsrat. Von Beginn weg stand er dem Departement Finanzen und Ressourcen (DFR) vor.

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Der CVP-Regierungsrat setzte mehrere Steuersenkungen und Sparprogramme durch. Die Eckpfeiler seines finanzpolitischen Credos waren ein "ausgeglichener Staatshaushalt, Schuldenabbau und moderate Steuern". Am Schluss hinterliess er jedoch ein Rekorddefizit von nahezu 106 Millionen Franken im Staatshaushalt.

Neuen Kräften Platz machen

Einen Tiefpunkt erlebte Brogli Ende 2003, als er an einem Tumor erkrankte. Doch er liess sich davon nicht unterkriegen. Noch während der Chemotherapie nahm er seine Amtsgeschäfte wieder auf. Die Krankheit, sagte er später, habe ihn anfänglich schwach, dann aber "unglaublich stark" gemacht.

Nach 16 Jahren Regierungstätigkeit hatte Brogli genug. Im Januar 2016 gab er seinen Rücktritt bekannt. Er wolle neuen Kräften Platz machen, sagte er damals. Exekutiv-Gremien müssten immer wieder erneuert werden, um frischen Ideen für die Zukunft Raum zu geben.

Das Abschiedsfest vom Dezember 2016 für Brogli in Unterentfelden:

Abschiedsfest für den scheidenden Regierungsrat Roland Brogli in Unterentfelden
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Susanne Hochulis Nachfolger als Landammann, Stephan Attiger, mit Gattin Franziska.
Roland Brogli Abschlussfest an der Bauschule in Unterentfelden
Roland Brogli Abschlussfest an der Bauschule in Unterentfelden
Roland Brogli Abschlussfest an der Bauschule in Unterentfelden
Das gefeierte Ehepaar Roland und Rosmarie Brogli mit Nachfolger Markus Dieth und Ehefrau Désirée in Unterentfelden.
Polizeikommandant Michael Leupold und der legendäre Vorgänger Léon Borer.
Letzter Auftritt von Susanne Hochuli als Frau Landammann und als Rednerin – mit Marcel Senn.
CVP-Prominenz von links: Beat Edelmann, Esther Egger, Peter Voser, Edith Saner, Theo Voegtli und Leo Erne.

Abschiedsfest für den scheidenden Regierungsrat Roland Brogli in Unterentfelden

Raphael Hünerfauth

Gemeinderat, Grossrat, Stadtschreiber

Roland Brogli war Bürger von Zeiningen. Von 1984 bis 1989 gehörte er dem Gemeinderat seiner Heimat- und Wohngemeinde an; von 1985 bis 2001 vertrat er die CVP im Grossen Rat, wo er unter anderem Mitglied der Geschäftsprüfungskommission und der Justizkommission war.

Beruflich war Roland Brogli vor seiner Wahl in den Regierungsrat als Stadtschreiber von Rheinfelden tätig (1989 bis 2001). Der Aargauer Regierungsrat wird das Leben und Wirken von Roland Brogli im Rahmen der Trauerfeier ausführlich würdigen. (jk/sda)

Der TalkTäglich mit dem abtretenden Regierungsrat Roland Brogli im Dezember 2016: