Am Montag musste sich ein Bauer aus Staffelbach vor Gericht verantworten. Vor zehn Jahren baute er einen Ziehlift selber. Seine Ehefrau, sein Sohn und sein Schwiegervater stürzten während dessen Benutzung rund viereinhalb Meter in die Tiefe. Die Ehefrau und deren Vater wurden dabei schwer verletzt, der Sohn blieb unverletzt.

Der Unfall ereignete sich, weil der Sohn den Aufwärtsknopf drückte, nachdem der Lift bereits zuoberst angekommen war. So riss das Seil und die Konstruktion stürzte zu Boden. Der Bauer habe diesen Lift damals nach bestem Wissen und Gewissen gebaut. 

Zur Gerichtsverhandlung brachte er extra die Schaltung des Liftes mit. Diese funktioniere über die Totmannschaltung. Er habe sie extra zur Sicherheit eingebaut. Die Totmannschaltung funktioniere nur, solange der Knopf gedrückt wird und verfügt über einen Notfall-Abstellknopf.

Trotzdem wurde er vom Bezirksgericht wegen schwerer, fahrlässiger Körperverletzung schuldig gesprochen. Laut des Gerichts hätte er zusätzlich eine automatische Abschaltfunktion oder ein Sicherheitsseil einbauen müssen. Von einer Geldstrafe oder einer Busse sieht das Gericht ab. Der Bauer sei wegen des Unfalls seiner Familie bereits genügend bestraft. Das so etwas passieren musste, sei «einfach nur traurig», wie der Bauer gegenüber Tele M1 sagte. Vor der Kamera wollte er keine Stellung beziehen. 

(sae)