1. August
Schweizer essen am Nationalfeiertag gern deutsche Würste

Beim Portemonnaie hört bei einigen Schweizern der Patriotismus auf: Am 1. August sind die Einkaufstouristen an der deutschen Grenze im Stau gestanden.

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Bräteln gehört für viele Schweizer am 1. August zum Programm. Aber muss es am Nationalfeiertag unbedingt Schweizer Fleisch sein? Ein Blick über die Grenze zeigt: Während hierzulande die Läden geschlossen blieben, pilgerten viele Eidgenossen zum Einkaufen über die Grenze.

Stundenlanger Stau am 1. August auch beim Grenzübergang Koblenz-Waldshut. Im Bild: Die Umfahrungsstrasse Klingnau.

Stundenlanger Stau am 1. August auch beim Grenzübergang Koblenz-Waldshut. Im Bild: Die Umfahrungsstrasse Klingnau.

AZ

Eine Reportage von «Tele M1» zeigt im deutschen Laufenburg etwa Verkehrschaos und viele Schweizer Autonummern auf den Parkplätzen von Aldi und Co. «Ja, wir haben zum Grillieren eingekauft», gibt einer der Schweizer Kunden denn auch unumwunden zu.

Des weiteren in den gut gefüllten Einkaufswägeli: Alkohol, Fleisch, Gemüse, Zutaten für die selbstgemachte Pizza.

20 Prozent mehr Umsatz am 1. August

Dass das Fleisch am Nationalfeiertag aus der EU kommt statt von Schweizer Weiden, spielt für die meisten Einkaufstouristen keine Rolle. «Die Läden sind halt zu», argumentieren die einen. «Die Preise sind zu hoch», die anderen.

In der nahen Metzgerei freut man sich über den Schweizer Nationalfeiertag. 20 Prozent mehr Umsatz macht man dort laut Mitinhaberin Christine Stepanek: «Weil die Leute Zeit haben, fahren sie halt ins Deutsche zum Bummeln und Einkaufen.»

Was die einen freut, ist bekanntlich der anderen Leid: Konjunkturforscher errechneten kürzlich, dass der Schweizer Detailhandel durch den Einkaufstourismus im Ausland in diesem Jahr bereits zwei Milliarden Franken Umsatz verloren hat. (smo)