Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat die Schutzmassnahmen gegen die Vogelgrippe bis am 31. März verlängert, da die Lage in Europa keine Aufhebung der Vorkehrungen zulasse. Seit das Vogelgrippevirus des Subtyps H5N8 letzten November in der Schweiz zum ersten Mal nachgewiesen wurde, sind landesweit 121 Wildvögel positiv getestet worden. Bislang sind in der Schweiz zwar keine Krankheitsfälle bei Hausgeflügel aufgetreten. Es ist jedoch besorgniserregend, dass es in vielen europäischen Ländern zu Ansteckungen von Hausgeflügel gekommen ist, da die tiefen Temperaturen bei den Wildvögeln zu verstärkter Migration führen.

Ausstellungen verboten

Die Massnahmen des Bundes für die Geflügelhaltung werden auch im Kanton Aargau flächendeckend übernommen. Das heisst: Es muss weiterhin jeder Kontakt zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln vermieden werden. Hausgeflügel darf nur in einem geschlossenen Stall gefüttert und getränkt werden. Dieser Bereich darf für die Vögel, die sich draussen aufhalten, nicht zugänglich sein. Sind diese Massnahmen nicht umsetzbar, müssen die Tiere in geschlossenen Räumen oder in Stall-systemen mit dichtem Dach und geschlossenen Seitenwänden untergebracht werden. Ausserdem bleiben Geflügelmärkte, Ausstellungen mit Geflügel oder ähnliche Anlässe bis auf weiteres verboten.

Wie gefährlich ist die Vogelgrippe?

Wie gefährlich ist die Vogelgrippe? (15. November 2016)

Kaum grassiert am Bodensee die Vogelgrippe, geht auch im Aargau die Angst umher. Welche Gefahr geht von der Krankheit wirklich aus?

Es handelt sich um präventive Massnahmen. Im Aargau gingen bisher nur wenige Meldungen über tote Wildvögel ein. Auch für eine Ansteckung in Aargauer Geflügelbetrieben gibt es zurzeit keine Anhaltspunkte. Es wurden zwar vereinzelt kranke Tiere zur Untersuchung eingeschickt, das Resultat war jedoch bei allen negativ. Der kantonale Veterinärdienst hält fest, dass nach heutigen Erkenntnissen das Vogelgrippe-Virus nicht auf den Menschen übertragbar ist und es auch keine Hinweise gibt, dass Hunde, Katzen oder andere Säugetiere von infizierten Wildvögeln angesteckt werden können.

Der Veterinärdienst ruft alle betroffenen Tierhalter auf, die Situation weiterhin zu beobachten. Halter von Hausgeflügel müssen Auffälligkeiten oder Krankheitssymptome bei ihren Tieren melden. Werden mehrere tote Wildvögel innert kurzer Zeit am selben Ort gefunden, so ist der örtliche Jagdaufseher oder ein Tierarzt zu benachrichtigen. Dieser sorgt für das Einsammeln und Einsenden von verdächtigen Tieren zur Untersuchung. (az)