Schulführung
Schulleiter wollen nicht ins Gemeindehaus zügeln müssen

Der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter Aargau (VSLAG) ist dagegen, dass Schulleitungen in die Gemeindeverwaltung integriert werden sollen. Genau das fordert der Schweizer Schulleiterverband.

Hans Fahrländer
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Die Aargauer Zeitung hat es diese Woche publik gemacht: Die Schweizer Schulleiter haben ihr Büro immer häufiger nicht mehr im Schulhaus, sondern in der Gemeindeverwaltung. Der Schweizer Schulleiterverband begrüsst diese Entwicklung und er treibt sie auch selber voran. Angesichts knapper werdender Mittel brauche es effizientere und schlankere Führungsstrukturen. Man wolle keine Rollenkonflikte mehr, Schulleiter müssten sich auf ihre Führungsaufgabe konzentrieren können.

Schulleitung gehört vor Ort

Der Vorstand der Aargauer Schulleiterinnen und Schulleiter ist «dezidiert anderer Meinung». Dies schreibt er in einer Mitteilung. «Schulleitungen gehören vor Ort, sie sind für die Lehrpersonen die wichtigsten Ansprech- und Führungspersonen», heisst es. Die Schulleiter müssten die Sorgen und Nöte der Lehrpersonen, aber auch der Schülerinnen und Schüler kennen.

Beat Petermann, Schulleiter der Kreisschule Unteres Fricktal und seit kurzem Co-Präsident des VSLAG, weiss zwar, dass es auch im Aargau kleinere Schulen mit Schulleitungspensen unter 50 Prozent gibt. «Doch kleineres Pensum heisst nicht kleinere Professionalität», betont er. «Eine Schulleiterin, die daneben unterrichtet, hat nicht einfach einen Rollenkonflikt. Sie hat einen Hauptberuf und muss das gegenüber dem Kollegium auch deklarieren. Aber das Unterrichten verleiht ihr Bodenhaftung und Nähe zum Schulgeschehen.»

Eine Zentralisierung – ein Schulleiter für mehrere Schulhäuser – kann sich Petermann zur Not vorstellen, «aber sicher nicht einen Arbeitsplatz im Gemeindehaus, das entfremdet den Schulleiter von der Schule». Im Übrigen warteten etliche Gemeinden auf eine Erhöhung des Schulleitungspensums: «Es ist nicht gut, wenn das Bildungsdepartement die Pensen-Begehren vor sich herschiebt, bis die Zukunft der Schulpflegen geklärt ist.»

Nur die Hälfte im Verband

Der VSLAG hat kürzlich das 20-Jahr-Jubiläum gefeiert. Dabei kam es auch zum Präsidiumswechsel: Beat Petermann hat das Amt zusammen mit Philipp Grolimund, Schulleiter in Muhen, übernommen. Sie folgen auf Lisa Lehner und Stefan Künzi. Der Verband zählt rund 220 Mitglieder. Das sind etwa 50 Prozent aller Schulleitungspersonen im Aargau. Die neuen Präsidenten haben es sich zum Ziel gesetzt, diesen Prozentsatz zu erhöhen.

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