Bibliothekenpreis
Schüler gestalten mit: Aargauer Bibliothekspreis geht nach Rothrist

Die Schul- und Gemeindebibliothek Rothrist gewinnt den fünften Aargauer Bibliothekspreis 2013. Der praktische Alltag mit Schülern überzeugte die Jury. Ausgezeichnet wurden auch die Bibliotheken in Möhlin und Dottikon.

Aline Wüst
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Die Gewinnerinnen aus Rothrist: Claudia Lengyel, Margreth Ehrismann, Fränzi Bossert und Marianne Beer mit Urs Graf, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Aargauischen Gebäudeversicherung. Emanuel Freudiger

Die Gewinnerinnen aus Rothrist: Claudia Lengyel, Margreth Ehrismann, Fränzi Bossert und Marianne Beer mit Urs Graf, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Aargauischen Gebäudeversicherung. Emanuel Freudiger

An der Feier zur Vergabe des Aargauer Bibliothekspreis spielt eine junge Frau ein Querflötensolo. Alles ist still – da ist nur die Melodie und das Einatmen der Musikerin.

Wo Bücher sind, ist es oft still – manchmal so still, dass der Atem hörbar ist. In der Schul- und Gemeindebibliothek Rothrist wäre das nicht möglich. In Rothrist ist etwas los: Zum zweiten Mal haben diesen Sommer Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe selbstständig Medien einkauft.

Andere Schüler haben die Bibliothek während der Sommerferien jeweils am Mittwoch selbstständig geführt – inklusive Sandwich streichen und verkaufen fürs Mittagessen. Die Jury hat das überzeugt und die vier Bibliothekarinnen mit dem 10 000 Franken dotierten Aargauer Bibliothekspreis ausgezeichnet.

Der Preis wurde gestern Abend zum fünften Mal vergeben von der Aargauischen Gebäudeversicherung. «Wir freuen uns unglaublich über den Preis», sagten die Gewinnerin. Wenn sich die erste Aufregung um den Preis gelegt habe, werden überlegt, wofür das Geld gebraucht werde.

Preis für Möhlin und Dottikon

Einen Anerkennungspreis von je 1500 Franken erhielten wie schon 2011 die Dorfbibliothek Dottikon für die Umsetzung einer deutsch-türkischen Geschichtenstunde. Einen weiteren Anerkennungspreis erhielt die Gemeindebibliothek Möhlin, die ein «Buchstartkaffee» anbietet, wo Bücher vorgestellt und mit Plüschtieren animiert werden. Gesucht wurden dieses Jahr Bibliotheken, bei denen die Kunden das Angebot mitgestalten können.

Mitgemacht haben von den rund 90 öffentlichen Aargauer Bibliotheken nur 8. Woran das lag, dieser Frage ging auch Thomas Pauli, der neue Leiter der Abteilung Kultur des Kantons, nach. «Vielleicht konnten sich viele Bibliotheken gar nicht vorstellen, was es bedeutet, wenn der Bibliothekskunde plötzlich auch hinter dem Schalter steht und mitgestaltet.»

Er habe in seiner früheren Tätigkeit als Leiter der Aargauer Museen gelernt, dass es wahnsinnig gute Inputs gebe, wenn die Besucher das Museum selber mitgestalten. Pauli ermutigte die Bibliotheken, diesen Schritt auch zu wagen.

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