Schulprotest

Schülerpräsident Gautschi kontert JSVP: «Vorwurf zielt darauf ab, Zweifel an meiner Person zu streuen»

Schülerpräsident Aurel Gautschi und JSVP-Präsidentin Tonja Kaufmann.

Schülerpräsident Aurel Gautschi und JSVP-Präsidentin Tonja Kaufmann.

JSVP-Präsidentin Tonja Kaufmann wirft Schülerpräsident Aurel Gautschi vor, die Sparplakat-Aktion für politische Zwecke zu missbrauchen. Im Interview wirft Gautschi der SVP nun ein Störmanöver vor.

Aurel Gautschi, Präsident der Aargauer Schülerorganisationen, wird für seine SP-Parteizugehörigkeit kritisiert. Gautschi kritisierte am Dienstag öffentlich das Verbot von Bildungsdirektor Alex Hürzeler (SVP). Dieser untersagte den Schülerinnen und Schülern der sechs Aargauer Kantonsschulen auf dem Schulareal Plakate gegen die Sparpolitik von Regierung und Grossem Rat aufzuhängen – und handelte sich dafür massive Kritik ein. Die Junge SVP und deren Präsidentin Tonja Kaufmann warfen Gautschi vor, er nutze sein Amt, um Parteipolitik zu machen

Die az hat mit Aurel Gautschi telefoniert und ihn in Georgien an einer Session des Europäischen Jugendparlamentes erreicht.

Herr Gautschi, es scheint, als würden sie im ganzen Sparstreit gerade zur Ikone des Basis-Widerstands. Passt Ihnen das?

Aurel Gautschi: Es ist meine Aufgabe als Präsident der Aargauer Schülerorganisationen hinzustehen. Ich bin der Repräsentant der Schüler und somit auch das Gesicht der Plakat-Kampagne.

Die Junge SVP greift Sie nun an, dass Sie aus politischen Gründen gehandelt hätten. Verträgt sich eine SP-Mitgliedschaft mit dem Präsidium der Schülerorganisationen?

Ich finde es schade, dass der Schülerprotest auf eine parteipolitische Ebene gehoben wird. Dass ich Mitglied von SP und Juso bin, hat nichts mit meinem Amt zu tun. Ich kann das gut trennen. Ich bin ja auch nicht alleine in der Entscheidung, sondern Teil des Vorstands. Ich vertrete dessen Haltung in der Öffentlichkeit. Der Vorwurf zielt wohl darauf ab, Zweifel an meiner Person und der Aktion zu streuen.

Aber die SP eilte den Schülern zur Hilfe. Hat das Ihrer Aktion letztlich geschadet, weil es das Anliegen in eine parteipolitische Ecke rückt?

Nein, das war kein Fehler der SP. Die Parteien müssen sich sogar für unsere Sache interessieren, und zwar alle. Das ist richtig so, denn wir Schüler sind auch Wähler und Stimmbürger.

Plakat-Verbot für Kantischüler

Plakat-Verbot für Kantischüler

Der Aargauer Bildungsdirektor Alex Hürzeler verbietet den Schülern, Plakate gegen den Bildungsabbau, aufzuhängen. Was ist bloss in ihn gefahren?

Die Bürgerlichen plädieren fürs Sparen, sie werden kaum helfen.

Natürlich ist die Bekämpfung einer Sparpolitik im Bildungswesen tendenziell ein linkes Anliegen. Doch ich habe auch aus dem bürgerlichen Lager Zustimmung erfahren.

Sind weitere Aktionen geplant?

Wir diskutieren in unserem Whatsapp-Chat Massnahmen.

Beteiligen sich die Schülerorganisationen direkt an der Lehrerdemo?

Wir ermutigen die Schüler an der Demonstration vom Dienstag teilzunehmen. Der Vorstand hat Anfragen von Schülerinnen und Schülern erhalten, die unsere Plakate hochhalten wollen. Ob wir vom Vorstand darauf eingehen, wissen wir noch nicht.

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