In den Sozialen Netzwerken wurde Kast nach der Entführung der Kinder wie ein Held gefeiert, laut «Blick» erhielt die Familie online nicht nur viel Zuspruch, sondern auch Geldspenden. Später kriselte es in der Ehe. Kast hoffte öffentlich, es sei kein Fehler gewesen, die Kinder wegzubringen. Zudem fiel er immer häufiger mit rechtsextremen Äusserungen im Netz auf, kürzlich bezeichnete er sich selber als «Nazi» (die az berichtete). Auch das wird im «Reporter»-Film thematisiert. Aber nur kurz. Er finde halt einfach, es dürfe keine Tabus, keine Denkverbote geben, sagt Kast dazu.

Neuste Zielscheibe ist Andreas Glarner. Der SVP-Nationalrat hat am Sonntagmittag eine Facebook-Nachricht von einem Account mit Namen «Christian Kast» erhalten: «Du Glarner bist auch auf meiner Liste.» Vier Stunden später folgte: «Meine Schrotflinte ist geladen Andreas. Zuerst die Gemeinde, dann die Kesb, am Schluss die Aargauer Politiker. Glarner, du bist der Nächste.» Auf Anfrage der az sagt Andreas Glarner, er wisse nicht, ob es sich effektiv um Christian Kast oder um eine Fake-Profil handle. Das spiele für ihn aber auch keine Rolle: «Ich werde auf jeden Fall Anzeige erstatten wegen Drohung gegen Leib und Leben.» Er kenne Kast nicht, wisse auch nicht, wie er, Glarner, auf dessen Radar gekommen sei. «Ich bin ja selber auch Kesb-Kritiker.» Dass es sich beim Absender um einen virtuellen Trittbrettfahrer handeln könnte, zeigt die Tatsache, dass Kast vergangene Woche sein Facebook-Profil gelöscht hatte. Christian Kast war gestern für die az nicht erreichbar. (rio)