Oftringen
Schon seit sechs Monaten wird im Café Zumba getanzt - doch eine Bewilligung fehlt

Bei der Gemeinde Oftringen liegt ein Baugesuch für ein Tanzstudio an der Gilamstrasse in Küngoldingen vor. Das Studio «La Passionata» gibt es aber schon seit einem halben Jahr.

Mario Podzorski
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Zumba tanzen ist eigentlich im Café noch verboten. (Symbolbild)

Zumba tanzen ist eigentlich im Café noch verboten. (Symbolbild)

Zur Verfügung gestellt

Seit einem halben Jahr betreiben Denise Albani und Andrea Brändli in Küngoldingen das Tanzstudio «La Passionata». Mit Sorgfalt haben sie das Studio eingerichtet, eine Empfangstheke aufgestellt und eine Discokugel aufgehängt. Jeden Dienstag- bis Freitagabend bieten sie Zumba-Lektionen an, insgesamt fast hundert Personen gehen dort tanzen.

Das Tanzstudio läuft gut - aber es ist noch gar nicht bewilligt. Denn erst Mitte September hat der Grundeigentümer Martin Fischer bei der Gemeinde ein Baugesuch eingereicht und eine Umnutzung beantragt.

Gemäss dem kantonalen Baugesetz muss der Gemeinderat das Gesuch erst bewilligen, bevor das Gebäude für einen anderen Zweck benutzt werden darf. Dort, wo das «La Passionata» steht, sind im Moment ein Café und ein Verkaufsladen zugelassen, aber kein Tanzstudio.

Zumba -Leiterinnen überrascht

Aus persönlichen Gründen habe er das Gesuch nicht früher einreichen können, sagt Fischer. Ausserdem sei er sich lange Zeit gar nicht bewusst gewesen, dass die Umnutzung noch nicht bewilligt ist. Genauere Angaben wollte er auf Anfrage nicht machen. Das schon bestehende Tanzstudio will Fischer nun mit dem Baugesuch im Nachhinein genehmigen lassen. «Damit alles in Ordnung ist», erklärt er.

Dass Fischer die Nutzungsänderung erst jetzt beantragt, überrascht die beiden Zumba -Leiterinnen Albani und Brändli. Sie hätten angenommen, das Tanzstudio sei bereits bewilligt, erklärt Albani. «Ich war geschockt, als ich vom ausstehenden Baugesuch erfuhr», sagt sie.

Im Sommer hätten sich Nachbarn bei der Polizei und auf der Gemeinde über die Musik beschwert, erzählt Albani. Das Problem habe sich aber gelöst, als das betroffene Paar wegzog.

Ab und zu nachträgliche Gesuche

Es geschieht ab und zu, dass etwas gebaut und erst im Nachhinein ein Gesuch eingereicht wird, teilt die Abteilung Bauen Planen Umwelt der Gemeinde Oftringen mit. Im Schnitt werden jährlich ein bis drei Baugesuche nachträglich gestellt.

Wenn die Gemeinde erfahre, dass ohne Bewilligung mit den Arbeiten für einen Neu- oder Umbau begonnen oder eine Zweckänderung vorgenommen wurde, werde der Besitzer des Gebäudes aufgefordert, ein nachträgliches Baugesuch einzureichen. Ob Fischer wegen der bereits vorgenommenen Nutzungsänderung gebüsst wird, muss der Gemeinderat noch entscheiden.

Gemeinderat muss entscheiden

Wenn Betroffene gegen das Baugesuch Einwendungen machen, wird der Gemeinderat Einigungsverhandlungen zwischen ihnen und Fischer durchführen. Dann entscheidet er über die Zukunft des Tanzstudios.

Bis jetzt gab es noch keine Einwendungen, das Baugesuch liegt noch bis und mit 24. Oktober auf der Abteilung Bauen Planen Umwelt öffentlich auf. «Falls das Studio nicht bewilligt wird, suche ich einen anderen Ort zum Tanzen», sagt Zumba -Leiterin Denise Albani. Ansonsten werde sie in Küngoldingen bleiben. «Auf keinen Fall gebe ich Zumba auf, ich kämpfe weiter dafür», betont sie.