Trockenheit

Schon im Frühling gab es im Aargau fünf Waldbrände – Höhenfeuer in Seengen abgesagt

Zahlreiche Kantone mahnen zum sorgfältigen Umgang mit Feuer wegen der zunehmenden Waldbrandgefahr. (Archivbild)

Zahlreiche Kantone mahnen zum sorgfältigen Umgang mit Feuer wegen der zunehmenden Waldbrandgefahr. (Archivbild)

Seit Dienstag gilt im Aargau ein absolutes Feuerverbot im Wald und am Waldrand, der Kanton hat die Waldbrand-Gefahrenstufe auf «4, gross» angehoben. Nun hat Seengen das geplante Höhenfeuer abgesagt - fünf Beispiele zeigen, dass es schon im Frühling in mehreren Regionen kleinere Waldbrände gab.

Als erster Kanton der Schweiz hat der Aargau die Waldbrand-Gefahrenstufe am Dienstag auf die zweithöchste Stufe «4, gross» angehoben. Seither gilt ein absolutes Feuerverbot im Wald und an Waldrändern, auch Feuerwerk und Höhenfeuer sind nur mit gebührendem Sicherheitsabstand erlaubt.

Höhenfeuer waren laut einer Übersicht der AZ bei guter Witterung in Lenzburg, Oberhof, Rudolfstetten, Seengen, Küttigen und Villigen geplant. Bereits am Mittwoch teilten die Organisatoren mit, dass das vorgesehene Höhenfeuer auf der Wasserflue ob Küttigen abgesagt wird. Wegen der herrschenden Trockenheit und der hohen Waldbrandgefahr hat die Gemeinde Seengen am Donnerstag entschieden, am 1. August kein Höhenfeuer zu entzünden.

Dass diese Vorsichtsmassnahme durchaus berechtigt ist, zeigt ein Blick zurück in den Frühling. Schon damals galt im Kanton nach wochenlanger Trockenheit die Waldbrand-Gefahrenstufe 4 und ein Feuerverbot im Wald. Daran hielten sich jedoch nicht alle und es kam in mehreren Regionen zu heiklen Situation oder gar kleineren Waldbränden.

Das erste Feuer brach am 23. März in Densbüren aus, der Brand loderte "in stotzigem Gelände", wie es im Einsatzbericht der Feuerwehr heisst. Für die Löscharbeiten wurden Druckleitungen gelegt, was auch nötig gewesen sei, weil eine starke Bise wehte. Mit dem Feuerlöschen allen ist es bei einem Waldbrand nicht getan: die beiden Feuerwehren Densbürne und Herznach-Ueken mussten den Boden mit Schaufeln aufkratzen, Äste und Baumstämme umdrehen, um alle Glutnester zu löschen. Nach rund anderthalb Stunden war der Waldbrand gelöscht, eine Kontrolle am Abend zeigte, dass dies vollständig gelungen war.

Zum zweiten Brand kam es am 10. April am Lägernhang oberhalb von Wettingen aus. Laut der Feuerwehr stand ein über 250 Quadratmeter grosses Waldstück in Flammen. Der Brand war rasch gelöscht, die Ursache blieb allerdings unklar. 52 Feuerwehrleute standen mit zwei Löschfahrzeugen im Einsatz. Nach dem Löschen sei der Waldboden intensiv gewässert worden, um die Gefahr einer weiteren Ausbreitung des Feuers zu verhindern.

Nur einen Tag später rückte die Feuerwehr zu einem rund 40 Quadratmeter grossen Glimmbrand im Gebiet Saalhöhe aus. Der Brandplatz befand sich an der Gählfluh (rund 700 m.ü.M.), etwa auf halbem Weg zwischen der Klinik Barmelweid und dem Lagerhaus Beguttenalp. Der Einsatz war ziemlich schwierig, denn die Brandstelle war nur über eine 20 Meter tiefe Felswand zu erreichen und schwer einzusehen. Die Feuerwehr musste eine etwa 1 Kilometer lange  Wassertransportleitung ab der Klinik Barmelweid legen, um einen grösseren Waldbrand zu verhindern.

Kurz nach Mitternacht am 13. April meldeten Anwohner ein Feuer am Waldrand in Glashütten in der Gemeinde Murgenthal. Als die Feuerwehr mit 5 Personen am Brandplatz eintraf, war laut Einsatzbericht bereits eine Patrouille der Regionalpolizei vor Ort. Vier Jugendliche hatten am Waldrand ein Lagerfeuer gemacht, dieses sei «auch durch die grösser werdende Trockenheit, ausser Kontrolle geraten», heisst es im Einsatzbericht. Die Feuerwehr konnte das Feuer jedoch löschen und einen Waldbrand verhindern, nach knapp einer Stunde war der Einsatz beendet.

Zu einer heiklen Situation kam es am 24. Mai in Boswil, wie der Facebook-Seite der Regio-Feuerwehr Freiamt Mitte zu entnehmen ist. Mitten im Buerlihübel-Wald lokalisierten die Feuerwehrleute eine illegale Feuerstelle und löschten diese. Es handelte sich um ein übergrosses Lagerfeuer vom Vorabend, das Glutnest an einem Wurzelstock war bis zu einem Meter hoch. «Darum ist es wichtig, im Wald das Feuer immer vollständig zu löschen», schrieb die Feuerwehr, die mit drei Personen im Einsatz war, in ihrem kurzen Bericht.

Waldbrand in Boswil, April 2020

Waldbrand in Boswil, April 2020

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