Bei einer Wanderung, einem Spaziergang oder auch einfach nur für einen kleinen Moment des Verweilens – es gibt viele Situationen in denen wir Ausschau nach einem Bänkli halten. 

Wie schön wäre es also, die perfekte Sitzgelegenheit einfach online per Suchfunktion finden zu können? Was nach reiner Bänkli-Romantik klingt, das ist tatsächlich schon umgesetzt worden – zumindest in einer Testversion.

Der Verein zur Förderung der Schweizer Bankkultur hat sich bei seinem ersten Projekt zum Ziel gesetzt, Bänkli in der ganzen Schweiz in einer Online-Landkarte zu erfassen und Informationen über deren Zugänglichkeit und Aussicht zu sammeln. 

1000 Bänkli gesucht 

Da der Verein in den Trägerverein des Kulturbejahres aufgenommen wurde, hat der Bänkli-Verein zudem «die Challenge 2018» gestartet. Diese soll Bänkli-Fans motivieren auf der Website bankgeheimnisse.ch für jeden Kanton bis Ende des Jahres 1'000 Bänkli zu sammeln.

Die Personen, welche die meisten Bänkli hinzufügen, können laut Renate Albrecher, der Präsidentin des Vereines, zudem auch etwas gewinnen. 

Der Kanton Aargau liegt bei dieser Challenge derzeit auf Platz zwei. Es fehlen jedoch noch eine Menge Bänkli – 933, um es genau zu nehmen.

Lebendige Tradition

Doch wie kommt es zu dem grossen Engagement für die Bänkli? 

Renate Albrecher schreibt auf Anfrage der AZ: «Bänkli sind ein jahrhundertealtes Schweizer Kulturgut. Sie stehen oft an besonderen Orten und stellen veritable "Bankgeheimnisse" dar. Der Verein Bankkultur verleiht den Bänkli Gesicht und Stimme und lädt alle ein zum Teilen und Entdecken.»

Denn dem Verein geht es nicht nur um das reine Erfassen von nützlichen «Bankdaten». Vor allem soll die oft unterschätzte Sitzbank als Kulturgut in das Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden. Auch, um vielleicht irgendwann die Bedingungen für eine Eintragung in die Liste der lebendigen Traditionen zu erfüllen. 

Bänkli-Fans können auf der Internetplattform daher genauso Fotos und persönliche Geschichten zu jedem Bänkli teilen und den Sitzgelegenheiten so einen eigenen Charakter verleihen.

Wie Albrecher schreibt, können «Bankophile» auf Facebook und Instagram zudem den Hashtag #Bankgeheimnisse verwenden und so ihre Fotos markieren. 

Um sein Ziel zu erreichen, versucht der Verein zur Förderung der Schweizer Bankkultur derzeit weitere Projekte auf den Weg zu bringen und sucht für diese ehrenamtliche Mithelfer und Sponsoren. Denkbar wären laut der Präsidentin zum Beispiel ein Projekt zur Erforschung der «Bankgeschichte» oder auch Bänkli-Konzerte. (cki)