Uerkheim
Schock-Moment bei Weltrekord-Test – Freddy Nock hat Glück im Unglück

Freddy Nock plant einen neuen Weltrekord mit einem Heissluftballon – bei der Präsentation gab es mehr Action als geplant.

Raphael Nadler
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Der Hochseilartist Freddy Nock aus Uerkheim hat seinen neusten Weltrekordversuch präsentiert. Unterhalb eines Heissluftballons will er im kommenden Jahr auf 5000 Meter aufsteigen und dort über eine 16 Meter lange Traverse balancieren. Dieselbe Strecke möchte er auch blind zurücklegen, einmal ohne Stange und zu guter Letzt auch auf einem speziellen Bambusvelo. Vor den Medien absolvierte Freddy Nock in seiner Wohngemeinde Uerkheim seinen erst zweiten Test unterhalb des Ballons. Alles sah spektakulär aus, auch wenn die einzelnen Teile nur rund 10 bis 15 Meter über dem Boden stattfanden. Unvorstellbar, wie Freddy Nock das Ganze auf 5000 Metern zurücklegen will.

Als plötzlich ein Seil riss

Kurz vor Ende der Präsentation riss plötzlich ein Seil, an dem der 6000 Kubikmeter grosse Ballon befestigt war. Dieser stieg schnell auf und schleifte auch ein grösseres Auto mit, an dem der Ballon befestigt war. Hektik brach aus. Die Zuschauer rannten in Sicherheit. Freddy Nock hielt sich glücklicherweise am Geländer der Plattform fest und blieb wie alle anderen Beteiligten unverletzt. Der Ballonpilot konnte wenig später sicher landen.

Weltrekordversuch von Freddy Nock geht schief
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Freddy Nock plante einen Balanceakt auf 5000 Metern. Unterhalb eines Ballons will er ungesichert, ohne Stange, blind und auf einem Velo eine Traverse überqueren und so weitere drei Weltrekorde aufstellen.
Hochseilartist Freddy Nock führt Spital-CEO Christian Reize vom 5. Stock des Spitals auf das Dach des neuen Rehazentrums...
... wo in luftiger Höhe das Eröffnungsband durchgeschnitten wurde, bevor Freddy Nock auch aarReha-Direktor Beat Schläfli über das Hochseil führte.
Ein Hoch auf den Weltrekord: Freddy Nock stösst nach 25 Stunden mit seinen Freunden an, die ihn im Todesrad begleitet und unterstützt haben. Raphael Galliker
Gemeinsam zum Rekord: Freddy Nock lief mehrere Runden mit Sohn Leo (7).
Freddy Nock mit Sohn Leo.
Freddy Nock – ein Leben am Limit: Am nächsten Wochenende will der Extrem-Artist in Zofingen einen neuen Weltrekord aufstellen – wieder einmal.Raphael Nadler
Freddy Nock trainiert auf dem Todesrad für den powerman in Zofingen.
Freddy Nock trainiert auf dem Todesrad für den powerman in Zofingen.
Freddy Nock über den Alpen.
Extremsportler Freddy Nock überwand in hochalpiner Gletscherlandschaft eine Höhendifferenz von 50 Metern.

Weltrekordversuch von Freddy Nock geht schief

«Natürlich wären wir alle glücklich gewesen, wenn das nicht passiert wäre», sagt Freddy Nock. «Doch nun sind wir alle um eine wichtige Erfahrung reicher.» Freddy Nock unterschätzte den Wind im Uerkental und wollte nicht auf die Ratschläge des erfahrenen Ballonfahrers hören. «Die Windböe war heftig», sagt Nock. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn der Artist noch auf dem Velo über die Traverse gefahren wäre, so wie wenige Sekunden zuvor. Was bedeutet dieser Vorfall für seinen Weltrekordversuch? «Es war kein Unfall, sondern nur ein Zwischenfall», sagt Freddy Nock. Er gab später zu, auch Glück gehabt zu haben. «Das braucht man im Leben.»

Tanz mit dem Wind

Der Zwischenfall hindert Freddy Nock nicht daran, seinen Traum vom Balanceakt am Ballon in luftiger Höhe weiterzuträumen. «Heute wirkten zwischenzeitlich riesige Kräfte auf den ‹gefesselten› Ballon», sagt Ballonfahrer Hampi Arnold. «Wenn wir frei in der Luft sind, dann ist das viel einfacher, denn der Ballon geht immer mit dem Wind.»

Hampi Arnold ist seit 28 Jahren im Ballongeschäft und hat schon mehrere verrückte Dinge mitgemacht. So fuhr er schon öfters Stunts für Filmaufnahmen renommierter Regisseure oder nahm selbst bei «Wetten dass ...?» teil. «Er ist ein erfahrener Mann, ihm vertraue ich zu 150 Prozent», sagt Freddy Nock, der seit rund einem Jahr mit Arnold zusammenarbeitet.

Für den Weltrekordversuch im kommenden Jahr rechnen Nock und sein Team rund drei Stunden ein. «Wenn es uns gefällt, bleiben wir auch etwas länger», scherzt der Artist, der für sein Experiment auf 5000 Metern eine Sauerstoffmaske tragen wird.