Ständeratswahl

Schlussspurt: CVP und FDP setzen auf Promis – SVP will die ganze Wählerschaft

Ruth Humbel, Philipp Müller und Hansjörg Knecht.

Ruth Humbel, Philipp Müller und Hansjörg Knecht.

Der Kampf um den zweiten Aargauer Ständeratssitz ist eng. Wie sieht bei den Parteien der Schlussspurt zwei Wochen vor dem zweiten Wahlgang aus? Die Reaktionen auf die Exklusiv-Umfrage der az.

Jeden Tag überrascht CVP-Ständeratskandidatin Ruth Humbel in Inseraten mit Testimonials neuer prominenter Unterstützer. Gestern war es die frühere Präsidentin der Grünen, Gertrud Häseli, heute ist es die Chefin der BDP-Grossratsfraktion, Maya Bally.

Die CVP kämpft für ihre Kandidatin. Das wurde am Jahresanlass des «500er-Clubs», einer CVP-Gönnervereinigung, diese Woche deutlich. «Wir sind auf gutem Weg, einen Ständeratssitz zu holen. Dafür arbeiten wir, daran glauben wir», rief CVP-Präsident Markus Zemp unter grossem Applaus in den Saal.

Die drei Aargauer Ständeratskandidaten im «TalkTäglich» vom 27.10.: Sehen Sie die wichtigsten Momente in unserem Zusammenschnitt.

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Der Anlass fand vor der Publikation der az-Umfrage statt. Was ändert diese? Dass Ruth Humbel laut Umfrage deutlich an Stimmen zugelegt hat, zeige, «dass die Trendwende zugunsten unserer Kandidatin bereits eingesetzt hat», sagt Zemp. Zudem sei die Umfrage vor dem Kampagnenstart mit den Testimonials für die CVP-Frau durchgeführt worden. Zemp: «Wir sind jetzt erst recht zuversichtlich, dass Ruth Humbel gewählt wird.»

Die Fakten: Gemäss jüngster az-Umfrage sind zurzeit 35,1% der Wähler für Philipp Müller, 33,4% für Hansjörg Knecht und 26,9% für Ruth Humbel.

FDP: CVP Zünglein an der Waage

FDP-Präsident Matthias Jauslin schätzt die Lage entsprechend anders ein als die CVP. Er ist sicher: «Ruth Humbel kann Philipp Müller und Hansjörg Knecht nicht einholen. Ich hoffe, dass der eine oder andere CVP-Wähler erkennt, dass man halt doch Müller wählen muss, wenn man im Ständerat eine lösungsorientierte und unabhängige Politik will. Die CVP-Wähler werden das Zünglein an der Waage sein und entscheiden, ob diese Richtung Hansjörg Knecht oder Philipp Müller kippt.»

Wohin gehen die linken Stimmen?

Wohin gehen die linken Stimmen?

«Das Komitee und das Co-Präsidium ‹Philipp Müller in den Ständerat› wächst und wächst ...» – das schreibt Jauslin auf Facebook. Dieses ist prominent besetzt, unter anderem mit den beiden letzten freisinnigen Vertretern im Stöckli: Thomas Pfisterer (1999 bis 2007 im Ständerat) und Christine Egerszegi (2007 bis 2015).

Stadt-Land: Wer holt wieviele Stimmen?

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Pfisterer sagt in einem Inserat, der FDP-Kandidat sei der «schweizweit bestens vernetzte Vertreter des gesamten Aargaus, nicht nur von Einzelinteressen». In FDP-Inseraten wirbt auch Egerszegi für Müller. Natürlich gehört Jauslin selber dem Co-Präsidium an, dies zusammen mit weiteren prominenten Freisinnigen: allen voran Regierungsrat Stephan Attiger, dessen Vorgänger Peter C. Beyeler, Nationalrätin Corina Eichenberger oder der neu gewählte Nationalrat und TCS-Präsident Thierry Burkart.

SVP: «Wir mobilisieren massiv»

«Wir werden bei unseren 38 Prozent Wählerinnen und Wählern massiv mobilisieren, damit sie konsequent an die Urnen gehen», sagt SVP-Präsident Thomas Burgherr als Reaktion auf die Umfrage der az.

So verteilen sich die Stimmen altersmässig auf die Kandidaten

So verteilen sich die Stimmen altersmässig auf die Kandidaten

Man werde auch Unternehmer darauf hinweisen, dass Knecht unter den Kandidaten «der einzige aktive Unternehmer ist, ein typischer Milizpolitiker mit einem sehr guten Leistungsausweis». Auch in der Europafrage habe Knecht eine klare Linie. Er sei für Europa und die Bilateralen, «aber er will, dass die Schweiz hart mit der EU verhandelt, damit die Einwanderung zurückgeht».

Knecht setzt im Schlussspurt nicht primär auf prominente Namen. Allerdings schaltete Knecht vor dem ersten Wahlgang bereits ein ganzseitiges Inserat mit den Namen von mehr als 1000 Aargauern, die ihn unterstützen. Darunter alt Regierungsrat Ernst Hasler, der die Findungskommission der SVP für ihre Bundesratskandidaten präsidiert.

Der Name von Hansjörg Knecht hält sich hartnäckig auf der Liste der SVP-Kandidaten für den Bundesrat – obwohl Knecht sich noch nicht entschieden hat. Thomas Burgherr sagte kürzlich gegenüber dem «Regionaljournal» von Radio SRF, die Kantonalpartei habe bis zum 13. November Zeit, eine definitive Meldung an die Findungskommission zu machen. «Der Ball liegt bei Hansjörg Knecht, wir werden mit ihm vorher noch Gespräche führen, dann wird er sich dazu äussern», sagt Burgherr.

Dreikampf bei den Aargauer Ständeratswahlen

Dreikampf bei den Aargauer Ständeratswahlen – sehen Sie hier die ganze Sendung «TalkTäglich» mit den drei Kandidaten.

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