Auenstein

Schlussbericht: Schuld an der Flugzeug-Kollision waren alle drei Piloten

Dank viel Glück und der Reaktion der Piloten verlief die Kollision zwischen einem Segel- und einem Motorflugzeug über der Gisliflue im Juni 2013 relativ glimpflich. Nun liegt der Schlussbericht der Untersuchung über die Kollision vor.

Am 6. Juni 2013 startete um 11.55 Uhr ein Segelflugpilot im Flugzeugschlepp auf dem Flugplatz Birrfeld. Über dem Schloss Brunegg klickte er auf einer Höhe von 1100 Metern aus. Er entdeckte zwei doppelsitzige Segelflugzeuge, die über ihm kreisten. Der Pilot beschloss, den beiden zu folgen. Zur gleichen Zeit startete in Lommis ein Motorflugzeug mit zwei Piloten an Bord. Auf diesem Übungsflug will der erfahrene Pilot dem jüngeren erklären, wie das Flugzeug zu fliegen ist.

Schlussbericht Flugzeug-Kollision

Schlussbericht Flugzeug-Kollision

Vor drei Jahren krachte Christian Thomann mit seinem Segelflugzeug in einen Motorflieger. Jetzt ist klar, wer schuld an dieser Kollision ist.

Um 12.18 Uhr kommt es über der Gisliflue in einer Höhe von 1285 Metern zu einer Kollision zwischen Segel- und Motorflugzeug. Das Segelflugzeug stürzt ab; der Pilot kann sich mit dem Fallschirm retten und landet in einer Waldlichtung am steilen Hang der Gisliflue; bei der Landung zieht er sich leichte Verletzungen zu.

Das Motorflugzeug wird bei der Kollision stark beschädigt, kann aber auf den Flugplatz Lommis zurückkehren und dort sicher landen. 

Inzwischen liegt der Schlussbericht der Untersuchung über die Kollision vor. Der 34 Seiten starke Bericht kommt zum Schluss, dass es zur Kollision kam es, weil alle drei Piloten im entscheidenden Moment unaufmerksam waren.

So achtete der Segelflieger vor allem auf die beiden über ihm fliegenden Segler, denen er folgen wollte. Das Propellerflugzeug sah er erst wenige Sekunden vor der Kollision, als ein Ausweichen nicht mehr möglich war.

Warnsystem nicht kompatibel

Und die beiden Piloten im Motorflugzeug beschäftigten sich intensiv mit dem Autopiloten und achteten wenig auf das, was ausserhalb des Flugzeugs vor sich ging. Zudem ist die Sicht aus dem Cockpit beim Flugzeugtyp Mooney M20J durch Verstrebungen grundsätzlich eingeschränkt.

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Das Segelflugzeug verfüge zwar über ein Kollisionswarnsystem. Nur war dieses nicht in der Lage, die Signale des Motorflugzeuges zu erkennen. Das Motorflugzeug hingegen verfügte über kein Warnsystem.

Der Bericht attestiert dem Segelflieger, dass er nach dem Absturz professionell und überlegt gehandelt habe; es gelang ihm, das abstürzende Flugzeug mit dem Fallschirm zu verlassen, im steilen Gelände einen sichern Ort für die Landung zu finden und danach ruhig auf die Retter zu warten.

Die Piloten im Motorflugzeug hätten die genaue Position der Absturzstelle gemeldet, was eine schnelle Bergung ermöglicht habe. Dass sie aber danach mit dem havarierten Flugzeug bis nach Lommis zurückgeflogen sind, beurteilt der Bericht als «nicht sicherheitsbewusst».

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