Museum Aargau
Schlossbeleuchtung: Eine Stunde weniger Licht bringt nur wenig Sparpotential

Würden die Schlösser Habsburg, Hallwyl, Lenzburg und Wildegg pro Tag eine Stunde weniger lang beleuchtet, liessen sich 5628 Kilowattstunden Strom oder 563 Franken pro Jahr sparen.

Fabian Hägler
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Heute wird Schloss Habsburg von 19 bis 1 Uhr beleuchtet – eine Reduktion um eine Stunde würde Fr. 51.80 pro Jahr einsparen. ala/az-Archiv

Heute wird Schloss Habsburg von 19 bis 1 Uhr beleuchtet – eine Reduktion um eine Stunde würde Fr. 51.80 pro Jahr einsparen. ala/az-Archiv

Aargauer Zeitung

In der «Schweiz am Sonntag» präsentierte Dark-Sky Switzerland Vorschläge, wie die Beleuchtung der Aargauer Schlösser künftig angepasst werden könnte.

Lukas Schuler, Präsident der «Initiative gegen Lichtverschmutzung», ist aber nicht der Erste, der dieses Thema aufgreift. Vor drei Jahren reichte der damalige SLB-Grossrat Samuel Schmid aus Biberstein eine Interpellation zum Energiesparpotenzial bei der öffentlichen Beleuchtung ein. Schmid wollte unter anderem wissen, wie viel Energie gespart werden könnte, wenn die Aargauer Schlösser pro Tag eine Stunde weniger lang beleuchtet würden.

Sparpotenzial eher bescheiden

Die Antwort des Regierungsrats zeigt: Das Sparpotenzial ist relativ bescheiden. Insgesamt sind die vier Schlösser Habsburg, Hallwyl, Lenzburg und Wildegg während 8378 Stunden im Jahr beleuchtet. Der jährliche Stromverbrauch beträgt 31 403 Kilowattstunden, das entspricht rund zehn durchschnittlichen Haushalten. Mit der Verkürzung der Beleuchtungsdauer um eine Stunde pro Tag liessen sich jährlich 5628 Kilowattstunden Strom sparen. Dies würde Einsparungen bei den Stromkosten von 563 Franken pro Jahr bringen.

Grundsätzlich könnte der Regierungsrat bei den vier Schlössern, die zu Museum Aargau gehören, eine Verkürzung der Beleuchtungszeit anordnen. Dabei müssten neben dem Energieverbrauch auch Aspekte wie Sicherheit oder Marketing berücksichtigt werden, hielt die Regierung in ihrer Antwort fest. Grundsätzlich solle eine einheitliche Abschaltzeit der Beleuchtung angestrebt werden, schrieb sie weiter. Dies ist bisher nicht umgesetzt, die vier Schlösser werden verschieden lang beleuchtet.

Fachstelle gegen Lichtemissionen

Zudem verweist der Regierungsrat auf die Fachstelle für die Vermeidung von Lichtemissionen. Diese beurteilt im Rahmen von Baugesuchen die Umweltverträglichkeit von Beleuchtungen, die Aussenanlagen erhellen oder Kulturgüter beleuchten. Massnahmen, die zur Reduktion der Lichtverschmutzung beitragen, reduzieren laut Regierungsrat auch den Stromverbrauch. Als konkrete Beispiele werden Vermeidung überflüssiger Lichtquellen, Auslegung der Lichtstärke und Nachtruhefenster genannt.

Wie hell dürfen die Aargauer Schlösser in der Nacht noch leuchten?
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Heute wird Schloss Habsburg von 19 bis 1 Uhr beleuchtet – eine Reduktion um eine Stunde würde Fr. 51.80 pro Jahr einsparen. ala/az-Archiv
Schloss Lenzburg: Beleuchtung von 19 bis 0.30 Uhr, 1950 Stunden jährlich, 19 500 Kilowattstunden Verbrauch pro Jahr.
Schloss Hallwyl: Beleuchtung von 6 bis 7 Uhr und von 19 bis 22 Uhr / SA und SO von 19 bis 7 Uhr, 2288 Stunden jährlich, 1441 Kilowattstunden Verbrauch pro Jahr.

Wie hell dürfen die Aargauer Schlösser in der Nacht noch leuchten?

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