Reptilien
Schlangen halten Aargauer Polizei dieses Jahr auf Trab

Die Aargauer Polizei war seit dem Frühling achtmal wegen gesichteter Schlangen im Einsatz. Die Polizei bekommt meistens Meldungen von Schlangen, die Personen irgendwo draussen gesehen haben, an Bächen oder Ähnlichem.

Adrian Hunziker
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Schlangen suchen den Aargau heim
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Die Blindschleiche ist keine Schlange.
Die Schlingnatter ist nicht giftig.
Die Aspisviper ist giftig, aber vom Aussterben bedroht.

Schlangen suchen den Aargau heim

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Die im Kanton Aargau ansässigen Schlangenarten sind alle geschützt. Denn viele gibt es nicht mehr. Die ungiftige Schlingnatter und die giftige Aspisviper sind sogar vom Aussterben bedroht. Übrig bleibt da nur noch die Ringelnatter. Die wird auch häufiger von Aargauerinnen und Aargauern gesichtet. Da viele erschrecken und nicht wissen, um welche Art von Schlangen es sich handelt, wenden sie sich an die Polizei. «Wir bekamen seit dem Frühling acht Anrufe wegen Schlangen. Es wurden beispielsweise in Stein und Neuenhof im Mai Ringelnattern gesehen, in Rupperswil und Oftringen im Juni», sagt Roland Pfister, Infochef der Aargauer Kantonspolizei.

Nach einer Meldung rückt jeweils eine Patrouille der zuständigen Regionalpolizei aus und sieht sich vor Ort um. «Es kommt auch vor, dass die Polizisten keine Tiere mehr antreffen», so Pfister. Wenn die Schlange noch nicht verschwunden ist, wird wenn nötig ein Spezialist aufgeboten.

Spezialisten am Werk

Lukas Maurer aus Staffelbach ist so ein Spezialist. Er ist 27 Jahre alt und ein Schlangenkenner: «Ich beschäftige mich seit 15 Jahren mit diesen Reptilien. Ich halte selber 35 exotische Schlangen.» In Maurers Terrarien befinden sich vor allem Vipern und Klapperschlangen. Doch für ihn sind die Tiere nur ein Hobby, hauptberuflich ist er Qualitätstechniker. «Ich unterstütze die Ämter und Behörden zusammen mit anderen Kollegen. Ich mache das ehrenamtlich», sagt Maurer. Das Wohl der Schlangen liegt ihm am Herzen. So rät er: «Rufen Sie lieber einen Spezialisten an, als eine Schlange zu töten.»

Maurer rückte bisher zweimal wegen Schlangen aus. Beim ersten Mal rief ihn eine Privatperson aus Staffelbach an. Maurer fand eine Ringelnatter an der Suhre vor. «Ich liess sie da, wo sie war, denn sie störte niemanden», schaut er zurück.

Meldungen nicht zwingend

Beim zweiten Mal wurde Maurer von der Polizei kontaktiert. In Oftringen hatte eine Familie eine fast einen Meter lange Ringelnatter in einem Wohnquartier gefunden. «Als ich ankam, sah ich, dass die Leute grausame Angst hatten», sagt Maurer. Da es sich um eine Familie aus dem Balkan handelte, wo es einige giftige Schlangenarten gibt, wussten die Personen nicht, mit was sie es zu tun hatten. Maurer fing die ungiftige Ringelnatter mit Schlangenhaken und Plastikeimer ein und wollte sie der Familie zeigen. «Doch sie waren zu verängstigt und hätten dem Tier wohl etwas antun können», meint der Schlangenspezialist. Also nahm er das Reptil mit und liess es an einem Gewässer in der Nähe wieder frei, wo er wusste, dass sich dort Ringelnattern aufhalten.

Die Polizei bekommt meistens Meldungen von Schlangen, die Personen irgendwo draussen gesehen haben, an Bächen oder Ähnlichem. Für Pfister sind solche Meldungen nicht immer notwendig: «Wenn sich die Reptilien im Wohngebiet aufhalten oder wenn es sich um aussergewöhnliche, also exotische Schlangen handelt, kann ein Anruf aber sicherlich nicht schaden.» An einen Zwischenfall mit einem Schlangenbiss kann sich Pfister nicht erinnern.

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