Prozess

Schlägerei an Geburtstagsparty: zwei Brüder mangels Beweisen freigesprochen

Es kam zur Schlägerei, bei der die zwei Beschuldigten den mittlerweile zu Boden gestürzten Privatkläger mit den Füssen getreten haben sollen.

Es kam zur Schlägerei, bei der die zwei Beschuldigten den mittlerweile zu Boden gestürzten Privatkläger mit den Füssen getreten haben sollen.

An Ostern 2011 kam es an einer Geburtstagsfeier in Kölliken zu einer Schlägerei zwischen zwei Gruppen junger Männer. Das Bezirksgericht Zofingen hat nun zwei Brüder des Angriffs sowie der einfachen und versuchten schweren Körperverletzung freigesprochen.

Am 24. April 2011 feierte eine Gruppe Jugendlicher, die sich vom Fussball spielen kannten, im Jugendtreff in Kölliken eine Party. Es wurde viel getrunken. Im Verlaufe des Abends kam es zu einer Massenschlägerei zwischen zwei Gruppen. Zwei der Involvierten — zwei Brüder — mussten sich deshalb vor Bezirksgericht Zofingen wegen versuchter schwerer und einfacher Körperverletzung und Angriff verantworten.

Das Bezirksgericht hat die beiden nun des Angriffs sowie der einfachen und versuchten schweren Körperverletzung freigesprochen. Ein Schuldspruch erfolgte allerdings wegen Raufhandels. Die zwei Brüder wurden zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 12 Monaten bei einer Probezeit von zwei Jahren sowie einer Busse von 500 Franken verurteilt.

Das Gericht begründet seinen Schuldspruch darin, dass es sich nicht um einen Angriff handle, wenn Beteiligte beider Gruppen handreiflich werden. Das Gericht beurteilt es als wechselseitige Schlägerei. «Die zweite Gruppe verhielt sich nicht völlig passiv. Sie versuchte auch nicht, sich nur defensiv zu schützen, sondern beteiligte sich aktiv an der tätlichen Auseinandersetzung», heisst es beim Bezirksgericht. Deshalb liege hier klar Raufhandel vor.

Betreffend Körperverletzung seien Freisprüche erfolgt, weil die Verletzungsdelikte nicht einem Beschuldigten nachgewiesen werden könnten. Aus den Akten sei nicht ersichtlich, wer wem welche Verletzungen zugefügt habe. Zudem seien die Aussagen hierzu sehr widersprüchlich. Bei einem Raufhandel werden meist alle Beteiligten schuldig gesprochen. Die Staatsanwaltschaft kann nun auch Verfahren gegen die anderen Beteiligten eröffnen. (no)

Meistgesehen

Artboard 1