Ständeratswahlen

Schickt die CVP Marianne Binder gegen SVP-Knecht ins Rennen?

Marianne Binder ist in der Pole-Position für eine CVP-Kandidatur gegen SVP-Vertreter Hansjörg Knecht.

Marianne Binder ist in der Pole-Position für eine CVP-Kandidatur gegen SVP-Vertreter Hansjörg Knecht.

Die SVP steigt mit Hansjörg Knecht in den Ständeratswahlkampf. Dabei wird er von Mitte und Links angegriffen. Bei der CVP hat Parteipräsidentin Marianne Binder die besten Karten, als Ständeratskandidatin nominiert zu werden. Bei der SP ist Yvonne Feri noch nicht gesetzt.

Die SVP hat die Katze als erste aus dem Sack gelassen. Hansjörg Knecht soll für seine Partei den 2011 verlorenen Ständeratssitz zurückholen. Die CVP tritt 2019 ebenfalls zu den Ständeratswahlen an. Sie verspricht sich dieses Mal grössere Chancen als 2015, als Nationalrätin Ruth Humbel abgeschlagen auf Platz 4 landete. Um einen SVP-Ständerat zu verhindern, haben damals viele Mitte-Wähler nicht Humbel, sondern dem ausssichts- und schliesslich erfolgreichen Philipp Müller ihre Stimme gegeben, nach dem Motto: «Wer Humbel wählt, wählt Knecht.»

Dieses Mal ist die Ausgangslage mit dem Verzicht der unschlagbaren Pascale Bruderer anders für die Mitte-Partei. André Rotzetter, Wahlkampfleiter der CVP, meint: «Es gibt viele Aargauerinnen und Aargauer, die weder radikal rechts noch radikal links wollen. Darum rechnen wir uns diesmal ernsthafte Chancen aus.»

Es hätten sich «mehr als fünf» Kandidaten gemeldet, sagt Rotzetter. Nächste Woche entscheidet die interne Findungskommission, welche Person sie den Delegierten und am 21. August dem Parteitag vorschlagen will. Jemand mit hohem Bekanntheitsgrad im Kanton soll es sein – und im besten Fall eine Frau.

Sowohl Ruth Humbel als auch Parteipräsidentin Marianne Binder sind in der Endauswahl, bestätigt Rotzetter. Es wäre überraschend, wenn die CVP nochmals auf Nationalrätin Humbel setzen würde. Wahrscheinlicher ist eine Kandidatur von Binder: Sie kennt als ehemalige Medienchefin der CVP Schweiz den Bundeshaus-Betrieb von innen und hat im Aargau einen hohen Bekanntheitsgrad.

Feri ist noch nicht gesetzt

Ein wichtiges Wort mitreden bei den Ständeratswahlen will auch die SP. Sie ist sich zwar bewusst, dass es nicht einfach wird, den Sitz ihrer abtretenden Pascale Bruderer zu verteidigen. Kampflos hergeben wird sie ihn aber nicht. «Auch die Linke muss vertreten sein in der Aargauer Ständeratsvertretung», sagt die neue SP-Parteipräsidentin Gabriela Suter.

Nationalrätin Yvonne Feri hat bereits im März ihr Interesse für eine Kandidatur angekündigt. Es sei aber noch alles offen, betont Suter. Die Partei entscheidet über ihre Nomination erst am Parteitag vom 26. September. Im Moment liegt der Ball bei den Bezirksparteien für mögliche Vorschläge. Gemäss Suter ist diesmal das Geschlecht kein entscheidender Faktor. «Es sind Männer wie Frauen eingeladen, zu kandidieren.»

Autor

Rolf Cavalli

Rolf Cavalli

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