TalkTäglich

Schicksalsschlag: Thierry Burkarts Bruder wurde als Kind nach Italien entführt

Thierry Burkart im Talk täglich bei az-Chefredaktor Christian Dorer.

Thierry Burkart im Talk täglich bei az-Chefredaktor Christian Dorer.

Im TalkTäglich auf Tele M1 nahm az-Chefredaktor Christian Dorer den neuen Grossratspräsidenten Thierry Burkart in die Zange. Dabei ging es um die Rolle als Präsident, die Jugendzeit und die politische Zukunft von Burkart.

Am seinem ersten Tag als neuer Präsident des Aargauer Grossen Rates sprach Thierry Burkart über die private Vergangenheit und und die politische Gegenwart und Zukunft an. Der heute 38-jährige Badener ist mit einer alleinerziehenden Mutter und einer Schwester aufgewachsen. «Als ich sehr klein war, haben sich Vater und Mutter getrennt, der Vater ist mit meinem Bruder wie in einer klassischen Kindsentführung nach Italien verreist», sagte Burkart vor Tele M1.

Erst im Alter von 15 Jahren habe er seinen Bruder wieder getroffen, «aber er sprach nur italienisch und ich nur Deutsch», schilderte Burkart die ungewöhnliche Situation. Auch heute noch sehe er seinen Bruder nicht oft. Aber zur Grossrats-Präsidenten-Feier sei er nach Baden gekommen. «Das hat mich sehr gefreut», erklärte Burkart dazu.

Italienisches Temperament

Wie sich denn das italienische Blut in seinen Adern auswirke, wollte Christian Dorer wissen. «Ich kann schon aufbrausend sein», gestand Burkart, «aber mit dem Alter wird man gelassener», meinte der 38-jährige augenzwinkernd. Weniger durch das Elternhaus als durch die Schule ist Burkart schon früh politisiert worden. Dies bereits in der Bezirksschule in Obersiggenthal. Schon früh trat Thierry Burkart für die Armee ein und bezeichnet sich heute als Rechtsfreisinniger.

Zur Bedeutung seines neuen Amtes gab sich der Ratspräsident bescheiden, die Debatte stehe im Vordergrund, nicht die Person. Statt zu gestalten, könne er jetzt nur sparen, ob das nicht frustrierend sei, wollte Dorer wissen. «Der Aargau hat seit 2008 rund 850 neue Stellen geschaffen, jetzt haben wir Probleme, das alles zu bezahlen», lautete die Antwort. Ab 2017 müsse man das Budget deshalb jährlich um 120 Millionen Franken entlasten. Wir könnten uns nicht mehr alles leisten, «in der Bildung steigen die Ausgaben seit ein paar Jahren bei gleichen Zahlen stark», gibt Burkart zu bedenken.

«Wenn Müller will, sage ich Nein»

Als Christian Dorer den neuen Präsidenten über dessen Zukunft mehrfach aus dem Busch klopfen wollte, blieb Thierry Burkart vorsichtig. Als künftiger Ständerat eigne sich FDP-Schweiz-Präsident Philipp Müller deutlich besser. «Wenn Müller will, sage ich Nein», so die Antwort. Andernfalls gebe es weitere freisinnige Anwärter auf den Stöckli-Sitz, zum Beispiel Corina Eichenberger oder Daniel Heller. Zu möglichen Listenverbindungen für die Wahlen 2015 sei es derzeit für eine Aussage viel zu früh. Weil die nationalen Wahlen in den Kantonen stattfinden, müssten sich die Kantonalparteien damit befassen.

Vorerst aber will der Grossratspräsident sein Amt voll geniessen, auch wenn er jeden Abend einen Einsatz hat. «Ein leidenschaftlicher Politiker hat dieses Fieber in sich. Das mache ich gerne, weil ich den Aargau besser kennenlerne und gerne unter Leuten bin», versicherte Burkart.

Den Link zur TalkTäglich Sendung mit Thierry Burkart finden sie hier.

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