«Talk Täglich»
«Schande von Aarau»: Polizeichef verteidigt die Zurückhaltung seiner Leute

Wie stoppt man Hooligans? Nach den Ausschreitungen im Aarauer Brügglifeld widmete sich der «TalkTäglich» am Dienstag dieser Frage. Wie man die prügelnden Basel-Fans hätte stoppen sollen, das weiss man in Aarau auch jetzt noch nicht.

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Polizeikommandant Leupold verteidigt den Einsatz, rechts Leo Locher, Sicherheitschef des FC Aarau.

Polizeikommandant Leupold verteidigt den Einsatz, rechts Leo Locher, Sicherheitschef des FC Aarau.

Emanuel Per Freudiger

Was muss, kann überhaupt etwas unternommen werden, um Ausschreitungen in Fussballstadien wie beim Spiel Aarau gegen Basel von letzter Woche zu verhindern? Bei den Sicherheitsverantwortlichen gibt es dazu keinen gemeinsamen Nenner.

Das Thema diskutierten am Dienstagabend der Sicherheitschef des FC Aarau Leo Locher, Vizepräsident Roger Geissberger und Kantonspolizei-Kommandant Michael Leupold im «Talk Täglich» auf Tele M1.

Dabei zeigte sich: Selbst beim FC Aarau selbst ist man sich nicht ganz einig, welche Konsequenzen gezogen werden müssen, um Szenen wie am letzten Donnerstag zu verhindern.

Für Roger Geissberger gibt es eine klare politische Forderung: Es braucht eine andere gesetzliche Handhabe, um gegen den kleinen Teil gewalttätiger Hooligans unter den Fans härter vorgehen zu können.

«Schnellrichter wie in St. Gallen, man muss Hooligans auch auf blossen Verdacht hin zwei Tage inhaftieren können, damit sie sich dazu erklären müssen, warum sie am Montag nicht zur Arbeit erschienen sind», lauten seine Forderungen.

Leo Locher sagt dazu aber, dass er nichts von einer präventiven Wirkung solcher Repressionsmöglichkeiten mitbekomme, wenn er die Aarau-Fans zu einem Auswärtsspiel nach St. Gallen begleitet. Das sei ein genauso heisser Lauf wie bei anderen Spielen. Auch Polizeikommandant Leupold sieht hier kaum eine Lösung.

Die "Schlacht von Aarau" (Mai 2014) Chaos auf dem Platz: FCB-Fans zünden Feuerwerk.
23 Bilder
Vermummte FCB-«Fans» gehen nach Spielschluss auf Aarau-Zuschauer los.
FC-Securitys versuchen randalierende Fans zurückzudrängen. Erfolglos.
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Pyros und Rauchpetarden.
Sogar ein Soldat im Tarnanzug stürmte auf das Feld. Schneidet er hier mit dem Armeesackmesser ein Stück Brügglifeld-Rasen heraus?
FCB-Fans stürmen den Rasen.
Anarchie im Brügglifeld.
FCB-Spieler werden von Fans bedrängt. Obs ihnen allen wohl ist?
Pyro-Spektakel bei den Basler-Fans.
Ein heilloses Durcheinander.
FCB-Spieler unter Fans.
FC Basel Präsident Bernhard Heusler auf dem Brügglifeld-Rasen.
Kleinkrieg unter «Fans».
FCB-Präsident Bernhard Heusler beim TV-Interview.
Die Polizei drängt die Basel-Fans zurück mit Gummischrot zurück.
Die Polizei versucht radikale FCA und FCB-Fans zu trennen.
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Fanestangen als Wurfgeschoss.
Die Polizei setzte auch Tränengas ein.
Es gab mehrere Leichtverletzte.
Radikale FCB-Fans feiern den Meistertitel auf ihre Art.

Die "Schlacht von Aarau" (Mai 2014) Chaos auf dem Platz: FCB-Fans zünden Feuerwerk.

Keystone

Es waren die Basler, die in Aarau randalierten, die Aarau-Fans verhielten sich korrekt. Trägt der FC Aarau als Veranstalter dennoch eine Mitverantwortung dafür, dass die Situation eskalierte? Auf die Frage von Moderator Werner De Schepper hielt Leo Locher fest, dass der personelle Aufwand, der nötig wäre, um Situationen wie am letzten Donnerstag mit Sicherheit zu verhindern, praktisch nicht geleistet werden kann.

Dass die Basel-Fans das Spielfeld stürmen würden, war erwartet worden. Für diesen Fall sei es abgesprochen gewesen, sie nicht zurückzuhalten, da dies die Gefahr einer grösseren Eskalation nur erhöht hätte.

Dass die Situation dann innert Sekunden ausser Rand und Band geriet, habe man nicht verhindern können. Das war der Moment, wo die Einsatzkräfte der Polizei zum Zug kamen.

Dass die Kantonspolizei nach dem Spiel «insgesamt eine positive Bilanz ihres Grosseinsatzes» zog, irritierte. Wäre es nicht Aufgabe gewesen, rigoros zwischen die prügelnden Basel-Fans und ihre Aarauer Opfer zu gehen, um sie zu schützen?

Kommandant Leupold verteidigt den Einsatz: Grundsätzlich sei eine solche Intervention eine heikle Gratwanderung, zu viel Druck seitens der Polizei könne zu einer grösseren Eskalation führen. Im Stadion sei es darum gegangen, die randalierenden Fans mit Gummischrot-Einsatz auf Distanz zu halten, und das gehe nur auf eine gewisse Entfernung.

Die ganze Sendung sehen Sie hier.