Die Nez-Rouge-Fahrerinnen und Fahrer aus dem Kanton Aargau haben im vergangenen Dezember zweimal die Welt umrundet. In Zahlen ausgedrückt: 2500 Fahrten, 4500 beförderte Personen, 90 000 zurückgelegte Kilometer. Die Sektion Aargau der Aktion Nez Rouge ist damit mit Abstand die grösste in der Schweiz. Jährlich legt der Heimfahrservice um bis zehn Prozent zu. Schafft man es in diesem Jahr gar drei Mal um den Erdball? Heinz Fehlmann, designierter Präsident von Nez Rouge Aargau mahnt vor Grössenwahnsinn: «Die Zahlen dürfen auch mal wieder rückläufig sein. Priorität hat die Sicherheit unserer Kunden und Fahrer.»

Insgesamt rund 1000 Helferinnen und Helfer im Aargau halten sich jeweils gegen Ende Jahr bereit, um Gäste nach Hause zu chauffieren, die das nicht mehr selber tun können oder möchten. Bereits an diesem Wochenende startet die 24. Saison mit einem Testlauf. Ab dem 1. Dezember bis 1. Januar ist Nez Rouge dann täglich unterwegs. Unter der Woche von 22 bis 1.30 Uhr, freitags und samstags gar bis um 3.30 Uhr.

Wer den Fahrdienst braucht, meldet sich per Telefon bei der Zentrale in der Berufsschule Lenzburg; nur wenige Minuten später rückt ein Zweier-Team aus und holt die Gäste überall im Kantonsgebiet ab und bringt sie nach Hause, samt Auto. Fehlmann: «Unsere Aktion erlaubt es den Aargauerinnen und Aargauern, an den Festtagen unbeschwert ein Gläschen zu trinken.»

Von links nach rechts: Lukas Hürlimann (GastroAargau), Rita Brühlmann (Grand Casino Baden), Heinz Fehlmann (Nez Rouge Aargau), Ruedi Suter (Berufsschule Lenzburg)

Nez Rouge Aargau

Von links nach rechts: Lukas Hürlimann (GastroAargau), Rita Brühlmann (Grand Casino Baden), Heinz Fehlmann (Nez Rouge Aargau), Ruedi Suter (Berufsschule Lenzburg)

Mehrkosten wegen Handy-Spesen?

Für die Kommunikation zwischen der Einsatzzentrale und den Fahrerteams wurden in den vergangenen Saisons jeweils Mobiltelefone verteilt. Doch die Geräte seien in die Jahre gekommen und sorgten bei den Fahrern vermehrt für Unmut: «Die Leute beklagten sich darüber, dass sie kaum telefonieren oder SMS schreiben konnten», sagt Fehlmann. Deshalb sollen die Helfer in diesem Jahr ihr privates Mobiltelefon nutzen.

Eine Win-win-Situation: Nez Rouge spart sich die Wartungskosten für die alten Mobilgeräte und die Fahrer müssen sich nicht mehr mit Steinzeit-Handys herumschlagen. Einen grösseren Spesenaufwand erwartet Fehlmann deswegen nicht: «80 Prozent haben ein Abonnement, müssen also nicht mit Mehrkosten rechnen. Allen anderen würden wir auf Wunsch selbstverständlich eine Entschädigung erstatten.»

Wie in jedem Jahr ist die Dienstleistung von Nez Rouge grundsätzlich gratis. Trinkgelder werden aber gern angenommen. «Es gibt Gäste, die einen Zehner springen lassen und andere, die sich mit einem Zweihunderternötli bedanken. Wir transportieren alle», sagt Fehlmann. Die freiwilligen Fahrer erhalten eine Benzinentschädigung. Was übrig bleibt, wird erstmals gespendet. Glückliche Empfängerin: «RoadCross Schweiz», eine Organisation, die Unfallopfern mit einer kostenlosen Rechtsberatung zur Seite steht.