Fahrplan 2014/15
SBB-Flugzug wollte für zwei Jahre an Oerlikon vorbeisausen

Die Kantone Aargau und Zürich wehrten sich gegen einen Abbau beim Flugzug. Gemäss Fahrplan-Entwurf wollten die SBB den Halt in Oerlikon für 2014 und 2015 streichen. Zur Freude vieler Pendler änderte die SBB ihr Vorhaben.

Hans Lüthi
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Die Lokomotive für den ersten Flugzug Basel–Flughafen im Mai 1999 im Bahnhof Brugg. KEYSTONE

Die Lokomotive für den ersten Flugzug Basel–Flughafen im Mai 1999 im Bahnhof Brugg. KEYSTONE

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Für Reisen in die weite Welt ist der Flugzug höchst beliebt, denn es gibt keine schnellere und bequemere Art, den Zürcher Flughafen vom Aargau aus zu erreichen. Aber der stündliche Flugzug von Basel durch das Fricktal über Brugg, Baden und Zürich Altstetten ohne Umweg über den Hauptbahnhof ist bei den Pendlern ebenso beliebt.

Hunderte nutzen ihn allein aus dem Aargau, um ohne Umsteigen zum Arbeitsplatz im Raum Oerlikon zu gelangen. Doch genau dieser Halt stand bis gestern nicht nur zur Disposition, er war im Entwurf zum Fahrplan 2014 durchgestrichen. Begründung: Der Bau der Durchmesserlinie beansprucht in Oerlikon ein zusätzliches Gleis. «Darum ist der Halt nicht im Fahrplan», sagte öV-Projektleiter Jürg Bitterli von der Aargauer Abteilung Verkehr noch gestern Morgen.

Der Haltverzicht in Oerlikon war nur für die Bauzeit von zwei Jahren gedacht – aber auch so schlimm genug. Ingesamt hätten täglich Tausende von Pendlern aus Basel-Stadt, dem Aargau und dem Zürcher Limmattal eine andere Lösung suchen müssen, mit der S-Bahn über das Furttal, mit Umsteigen bei der Hardbrücke oder dem Umweg über den Hauptbahnhof. «Aber die S-Bahn ist in den Spitzenzeiten schon prallvoll», erklärte Bitterli zu dieser Notlösung.

In der Eingabe des Aargaus an den Fernverkehr bei den Bundesbahnen zum Flugzug hiess es wörtlich: «Dass im Bahnhof Zürich Oerlikon während einer zweijährigen Bauphase der IR-Flugzug nicht halten kann, erachten wir als nicht akzeptabel». In guter Gesellschaft mit der Stadt Basel und dem Zürcher Verkehrsverbund stellten die Aargauer den Antrag auf den Halt in Oerlikon. Unterstützung erhielten sie auch von der Division Personenverkehr bei den Bundesbahnen. Die Streichung kam nicht von hier, sondern von der SBB-Infrastruktur. Sie muss das Kunststück vollbringen, bei wachsenden Pendlerströmen auch noch grosse Baustellen sinnvoll betreiben zu können.

«Der Halt in Oerlikon bleibt für 2014 und 2015 unverändert», versicherte SBB-Sprecher Reto Schärli gestern Nachmittag. Der Entscheid sei brandneu, sagte er gegenüber der az Aargauer Zeitung. «Ab dem Jahr 2016 gibt es sogar einen zusätzlichen Halt im Zürcher Hauptbahnhof», fügte Schärli bei. Die Fernzüge rollen ab dann über die neue Durchmesserlinie zum Flughafen und auch Richtung Ostschweiz. Für den Flugzug hat das den Nachteil, dass sich die Reisezeit um einige Minuten erhöht.

Als Jürg Bitterli vom Entscheid hört, freut er sich über den Erfolg. Für die Region Baden-Brugg entstehe ab 2016 mit der Fahrt über den Hauptbahnhof zwar ein kleiner Nachteil, «aber für Rheinfelden und Frick gibt es eine zusätzliche Verbindung ins Zentrum von Zürich».

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