Klimaschutz

Saubere Wasserkraft statt Schmutzstrom

Blick auf das Schweizerisch-Deutsche Wasserkraftwerk Rheinfelden am Rhein.

Blick auf das Schweizerisch-Deutsche Wasserkraftwerk Rheinfelden am Rhein.

Stephan Attiger verlangt Abgaben auf den Import von Kohlestrom. Die Idee wäre zumindest prüfenswert, findet Autor Mathias Küng. Der Strom soll in der Schweiz CO2 frei bleiben. Die Zeit drängt.

Ende August 2008 schätzte die Aargauer Regierung den Wert des kantonalen Tafelsilbers auf sechs Milliarden Franken. Die Aargauische Kantonalbank war 2 und die AEW AG 1 Milliarde «schwer». Die direkte Axpo-Beteiligung des Kantons und die Axpo-Beteiligung via AEW AG war 3 Milliarden Franken «schwer». Vielleicht ist es ja von Vorteil, dass die Axpo der öffentlichen Hand gehört, ihre Aktien folglich nirgendwo gehandelt werden, man also den Wertrückgang nicht richtig fassbar machen kann ...

Wie sehr die Axpo zu kämpfen hat, zeigt ein Satz des Aargauer Energiedirektors Stephan Attiger: «Die Axpo ist bis heute kein Sanierungsfall.» Und morgen? Klagen bringt allerdings nichts. Was muss geschehen, damit möglichst viel in der Schweiz produzierter Strom wieder rentiert? Und damit möglichst kein «weisses Gold» weit unter Wert an Meistbietende verscherbelt werden muss, wie es Alpiq vorhat?

Stephan Attiger macht geltend, es sei noch nie so viel – billiger – Kohlestrom importiert worden wie heute. Derweil feiert Deutschland die Energiewende. Der Anteil der «Erneuerbaren» steigt, aber über 40 Prozent stammen aus schmutzigen Kohlekraftwerken. Ein rechter Anteil wird exportiert – auch in die Schweiz. Es darf doch nicht sein, dass schmutziger Kohlestrom die saubere Wasserkraft verdrängt! Wo bleibt da der Klimaschutz?

Doch statt die Wasserkraft in dieser schwierigen Situation mit neuen Subventionen zu stützen und dabei Milliarden zu verlochen, wäre eine CO2-Abgabe auf importierten Kohlestrom wirklich prüfenswert. Die Zeit drängt. Damit der Schweizer Strom CO2-frei bleibt.

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