Dintikon
Santoros Leasingpleite beschäftigt die Justiz schon seit fünf Jahren

Es ist einer der grössten Fälle von Wirtschaftkriminalität im Kanton Aargau: Die Leasingpleite der Dintiker SAR Premium Cars AG von Autohändler Riccardo Santoro. Warum der Fall auch fünf Jahre danach noch immer die Justiz beschäftigt.

Pascal Meier
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Fall Santoro
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Weiss ehemalige Kunden hinter sich: Riccardo Santoro.
Mai 2012: Fahrzeuge aus SAR-Leasingpleite kommen unter den Hammer

Fall Santoro

zvg

Der Zusammenbruch war aufsehenerregend und entwickelte sich rasant zu einem der grössten Fälle von Wirtschaftkriminalität im Kanton Aargau: Die Leasingpleite der Dintiker SAR Premium Cars AG von Autohändler Riccardo Santoro.

Das schweizweit bekannte Autohaus, das Luxus-Karossen zu aussergewöhnlich attraktiven Leasingkonditionen vermittelte, kollabierte im Mai 2011 spektakulär.

Damals brach die Fiat-Leasinggesellschaft Fidis Finance AG mit ihrem langjährigen Geschäftspartner Santoro und schickte 17 Sattelschlepper nach Dintikon, die vor den Augen der staunenden Kunden über 60 Luxusautos vom Platz der SAR Premium Cars abtransportierten.

Fidis Finance, die Santoros Geschäfte jahrelang als Leasingbank finanziert hatte, reichte darauf Strafanzeige gegen den Autohändler ein und beschuldigte ihn unter anderem der Veruntreuung dutzender Autos.

Riccardo Santoro wiederum wirft Fidis vor, sein Unternehmen und seine Existenz unbegründet zerstört zu haben. Es hagelte darauf Dutzende Strafanzeigen von Drittpersonen gegen diverse Beteiligte und weitere Strafverfahren wurden eröffnet.

Das war vor über fünf Jahren, und der Fall beschäftigt die Justiz weiterhin: «Das Verfahren ist bei der Kantonalen Staatsanwaltschaft hängig», sagt Elisabeth Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage.

«Die polizeiliche Vorarbeit ist bis auf wenig kleine Nachträge grundsätzlich abgeschlossen, der Fall wird nun bei der Kantonalen Staatsanwaltschaft mit rund 150 Stellenprozenten weiter bearbeitet.»

Ermittelt werde nach wie vor wegen der Tatbestände Veruntreuung, Betrug, Urkundenfälschung, Misswirtschaft und ungetreue Geschäftsbesorgung.

«Wann es genau zu einem Abschluss kommt, können wir derzeit noch nicht abschätzen», so Strebel.