Nach dem überraschenden Rückzug von Martin Keller entscheidet bei der SVP Aargau ein ausserordentlicher Parteitag am 21. Juni, wer den frei gewordenen Platz auf der Nationalratsliste erhält. Bis am 7. Juni können die Bezirksparteien der Findungskommission der Partei mögliche Kandidaten melden. «Danach werden diese Kandidaturen bekannt gegeben, damit eine Meinungsbildung stattfinden kann», heisst es in einer Mitteilung der SVP.

Vor einer Woche, als der Verzicht von Martin Keller auf eine Kandidatur publik wurde, fragte Sandro Wächter, SVP-Gemeinderat in Schinznach-Bad, in einem Facebook-Post: «Wer da wohl nachrutschen wird?» Hat der Informatik-Unternehmer, der bereits auf der Nationalratsliste der Jungen SVP steht, selber Ambitionen auf Kellers Platz?

Bezirkspartei portiert Wächter

Auf Anfrage sagt der 24-Jährige, der einst den Jungfreisinnigen angehörte, dann als Parteiloser für den Gemeinderat kandidierte und inzwischen der SVP angehört: «Die Bezirkspartei Brugg hat mich zuhanden der Findungskommission nominiert.» Schon im letzten Herbst, als es um die 16 Plätze auf der Nationalratsliste ging, hatte die SVP Bezirk Brugg ihn vorgeschlagen, doch die Findungskommission berücksichtigte Wächter nicht. Mehr will der junge SVP-Politiker zu seiner Kandidatur derzeit nicht sagen, die Entscheidung über die Nomination liege beim Parteitag. Würde Wächter nominiert, käme er als neu Kandidierender auf Listenplatz 16, auf den freien Platz 4 von Martin Keller würde Alois Huber nachrutschen.

Schon klar ist, wer Martin Keller im Grossen Rat ersetzt: am Dienstag wird Roger Fessler (Jahrgang 1981, Betreibungsbeamter, Mellingen) im Kantonsparlament in Pflicht genommen. Daneben kommt es in der SVP-Fraktion im Grossen Rat zu einem weiteren Personalwechsel. Den Platz des zurückgetretenen Daniel Frautschi nimmt künftig Daniel Notter (Jahrgang 1972, Unternehmer, Wettingen) ein.