Bundesgericht
Rutschpartie im Bündnerland hatte harte Konsequenzen für Aargauer Autofahrer

Weil er im Bündnerland für die winterlichen Verhältnisse zu schnell fuhr und einen Schleuderunfall baute, entzog das Aargauer Strassenverkehrsamt einem Aargauer Autofahrer den Führerschein. Zu Recht, wie das Bundesgericht befand.

Urs-Peter Inderbitzin
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Porsche Cayenne (Symbolbild)

Porsche Cayenne (Symbolbild)

AZ

Wer auf schneebedeckter Strasse nicht den winterlichen Verhältnissen angepasst fährt und mit seinem Fahrzeug einen Rutschunfall verursacht, muss nicht nur eine Busse bezahlen, sondern auch mit einem Ausweisentzug rechnen. Das hat das Bundesgericht einem Aargauer Automobilisten beschieden.

Der Unfall hatte sich am 29. Dezember 2013 kurz nach Mitternacht ereignet. Der Lenker eines Porsche Cayenne fuhr bei starkem Schneefall von Davos in Richtung Lenzerheide.

Vor Schmitten verlor der Aargauer, der mit etwa 20 km/h unterwegs war, in einer starken Rechtskurve die Herrschaft über sein Fahrzeug, geriet ins Rutschen, überquerte unkontrolliert die Gegenfahrbahn und kollidierte mit einer Kurvenleittafel und einem Metallzaun. Anschliessend rutschte er die abfallende Böschung hinunter.

Busse von 400 Franken

Die Bündner Staatsanwaltschaft zeigte sich gnädig und verurteilte den Lenker wegen Nichtanpassens der Geschwindigkeit an die Strassenverhältnisse zu einer Busse von 400 Franken, welche der Lenker akzeptierte.

Mehr schmerzte den Cayenne-Fahrer wohl die Tatsache, dass ihm das Aargauer Strassenverkehrsamt den Führerausweis wegen einer mittelschweren Widerhandlung gegen die Verkehrsregeln für vier Monate entzog.

Dies entsprach der Mindestentzugsdauer, weil der Lenker den Ausweis bereits im Herbst 2013 für drei Monate hatte abgeben müssen und somit als rückfällig galt.

Zu schnell gefahren

Vor Bundesgericht forderte der Aargauer Cayenne-Lenker, der Rutschunfall sei wie von der Bündner Justiz als leichte Widerhandlung einzustufen, weshalb ihm der Ausweis nur für einen Monat zu entziehen sei.

Dafür zeigte das Bundesgericht kein Verständnis. Denn wer bei Nacht und bei starkem Schneetreiben auf der mit ca. 10 cm mit Schnee bedeckten Landwasserstrasse in diesem Tempo talabwärts fährt und in einer Kurve ins Rutschen und auf die Gegenfahrbahn gerät, gefährde nicht nur sich selber, sondern vor allem auch andere Verkehrsteilnehmer.

Die schwierigen Strassenverhältnisse hätten ein Manöver, um einem unkontrolliert und über die Fahrbahn rutschenden Fahrzeug auszuweichen, nicht erlaubt.

Laut Bundesgericht hat der Lenker aus dem Aargau den Unfall nur deshalb unbeschadet überstanden, weil die Böschung an der Unfallstelle zufällig wenig steil abfällt.

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