Nur 55 Stimmen machte Nationalrätin Ruth Humbel am Dienstagnachmittag bei der Gesamterneuerungswahl in den Bankrat der AKB. Die bisherige Vertreterin im achtköpfigen Führungsgremium der Kantonalbank verpasste damit das absolute Mehr von 68 Stimmen deutlich und ist in der Amtsperiode 2013–18 nicht mehr im Bankrat vertreten.

Komfortabel gewählt wurde hingegen Beni Strub aus Rheinfelden. Die SP hatte ihn Mitte Juni als wilden Kandidaten ins Rennen geschickt, nachdem der Regierungsrat sein Achterticket mit vier Bisherigen und vier Neuen verabschiedet hatte.

Strub machte 80 Stimmen. Ebenfalls gewählt wurden Thomas Eichler (81 Stimmen, neu), Thomas Peter Zemp (94 Stimmen, neu)Peter Suter (90 Stimmen, neu), Hans-Ulrich Pfyffer (101 Stimmen, neu), Hans Bürge (96 Stimmen, bisher), Hans-Peter Kunz (96 Stimmen, bisher) und Dieter Egloff (97 Stimmen, bisher). Egloff wurde zudem mit 108 Stimmen als Bankratspräsident bestätigt.

Egli: «Eine echte Auswahl«

Die Stimmzettel wurden im Parlament zu Beginn der Nachmittagssitzung verteilt. Die Aufnahme des SP-Kandidaten hatte das Büro des Grossen Rates im Voraus abgelehnt. Das bewog Dieter Egli, Co-Fraktionspräsident der SP, zu einer Erklärung.

Die SP habe mit der Person von Beni Strub einen valablen Kandidaten. Der KMU-Vertreter aus dem Gewerbesektor passe sehr gut in den Bankrat, der Grosse Rat «bekommt damit eine echte Auswahl».

Die Partei sei enttäuscht darüber, dass die Regierung nur so viele Kandidaten präsentiere, wie Sitze zu vergeben seien. «Der Ausschluss von Personen ist nicht nachvollziehbar», kritisierte Egli.

Der SP-Kandidat habe sich aber bei den Fraktionen vorstellen können und sei auch in den Unterlagen präsent gewesen. Am Schluss plädierte Egli nochmals dafür, Beni Strub aus Rheinfelden auf den Wahlzettel zu schreiben und einfach einen anderen Kandidaten wegzulassen. Dabei fiel kein Name, auch nicht der von Ruth Humbel. Weitere Voten zur Wahl des Bankrates gab es nicht.

Nicht auf Humbel abgesehen

Dieter Egli äusserte sich am Dienstagabend nicht allzu überrascht, dass Strub es geschafft hatte. «Wir dachten, dass seine Wahl im Bereich des Möglichen liegt», sagt Egli.

Mit der Abwahl Humbels habe er jedoch nicht gerechnet: «Ich dachte, es treffe eher jemand von den neuen Kandidaten.» Egli stellt in Abrede, dass es seine Partei auf jemand Bestimmten abgesehen habe. «Es zeichnete sich für uns nicht ab, wer über die Klinge springen muss.»

Ruth Humbel sieht dies völlig anders: «Wenn man das deutliche Resultat mit nur 55 Stimmen sieht, dann war es klar eine Absprache», sagt sie auf Anfrage. Ihre Abwahl nach acht Jahren «ohne Vorzeichen» sei «bitter». Möglicherweise hätten die Parteien Gegengeschäfte gemacht, weil noch andere Wahlen anstanden, unter anderem für die Staatsanwaltschaft. Oder ihr sei ihr Abstimmungsverhalten beim US-Steuerdeal, wo sie sich enthalten hatte, zum Verhängnis geworden.