Fluglärm
Rund ein Viertel mehr Flüge in der Nacht – doch es gibt auch Vorteile für den Aargau

Der Bundesrat hat eine Anpassung des Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) für den Zürich Flughafen genehmigt. Sie bringt dem Aargau Vor- und Nachteile.

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Flüge ab Piste 28 mit Destinationen Osten drehen neu vor der Kantonsgrenze ab. (Symbolbild)

Flüge ab Piste 28 mit Destinationen Osten drehen neu vor der Kantonsgrenze ab. (Symbolbild)

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Am Flughafen Zürich soll sowohl bei Nebel als auch bei Bise in Richtung Süden gestartet werden. Die grösste Herausforderung für den Flugbetrieb stelle heute vor allem der Betrieb bei diesen Wetterbedingungen dar, hält der Bundesrat in einer Mitteilung vom Mittwoch fest. "Wird bei solchen Wetterlagen mit Südabflügen geradeaus gestartet, kann die Sicherheitsmarge deutlich verbessert werden."

Im angepassten SIL sind auch die Verlängerungen zweier Pisten aufgenommen worden, die seit langem angedacht sind. Dank der Verlängerung der Ostlandpiste 28 um 400 auf 2900 Meter sollen dereinst sämtliche Flugzeugtypen auch bei schlechteren Bedingungen aufsetzen können. Zudem wird die Piste 28 zu Destinationen im Westen und Süden neu nach Norden verschoben.

Damit wird eine langjährige Forderung des Aargauer Regierungsrates umgesetzt, wie dieser in einer Mitteilung schreibt. Die bisherige Route über den Mutschellen werde spürbar entlastet. Zudem ermögliche die neue Route, dass die Flüge mit Destinationen im Osten vor der Kantonsgrenze abdrehen. Das führt dazu, dass der Aargau, im Speziellen Spreitenbach und Bergdietikon, um zirka 40'000 Überflüge pro Jahr entlastet werden.

Entlastung für Surbtal

Einen weiteren Vorteil sieht der Regierungsrat darin, dass die Route nun nicht mehr über das Siedlungsgebiet von Ober- und Niederrohrdorf, Neuenhof und den Ostrand des Siedlungsgebiets von Wettingen führt. Zwar würden die Mehrbelastungen in Wettingen und Würenlos steigen, dafür würde aber das Surbtal entlastet: Nur noch wenige Flüge werden über das Surbtal starten.

Hingegen bedauert der Regierungsrat die langfristige Erweiterung des Nachtbetriebs um 25 Prozent. «Bereits heute werden die erlaubten Lärmimmissionen in der Nacht massiv überschritten – insbesondere in der zweiten Nachtstunde von 23 bis 24 Uhr starten rund viermal mehr Flugzeuge als geplant», moniert der Regierungsrat. Er fordert nun, dass der Flughafen Zürich Massnahmen ergreift, um die Verspätungen deutlich zu reduzieren und den festgelegten Lärmrahmen einzuhalten. (sam/sda)