Filmprojekt
Rüebliland Reloaded – Brugger Fotograf zeigt die Schönheit des Aargaus

Er will mit den Aargauer Klischees aufräumen. Deswegen zeigt der Brugger Fotograf Martin Gessler den Kanton von seiner besten Seite in einem Zeitraffer-Film. Sein Filmprojekt heisst: Rüebliland Reloaded.

Janine Müller
Drucken
Teilen
Der Fotograf Martin Gessler will mit Aargauer Klischees aufräumen und zeigt in einem Zeitraffer-Film den Kanton
6 Bilder
Für die besten Fotos reist Martin Gessler im ganzen Kanton Aargau herum: Frühling im Aargau.
Für die besten Fotos reist Martin Gessler im ganzen Kanton Aargau herum: Hochsitz auf der Anhöhe Untersiggenthal.
Für die besten Fotos reist Martin Gessler im ganzen Kanton Aargau herum: Dreh beim Schloss Habsburg.
Der Fotograf Martin Gessler im Selbstporträt
Der Fotograf Martin Gessler will mit Aargauer Klischees aufräumen und zeigt in einem Zeitraffer-Film den Kanton

Der Fotograf Martin Gessler will mit Aargauer Klischees aufräumen und zeigt in einem Zeitraffer-Film den Kanton

Ho/Martin Gessler

Autobahn, AKW, weisse Socken, Rüeblitorte. Das ist der Kanton Aargau. Jedenfalls aus Sicht vieler Nicht-Aargauer. Mit diesem Klischee will der semiprofessionelle Fotograf Martin Gessler (36) aus Brugg aufräumen. Sein nächstes Filmprojekt heisst darum: Rüebliland Reloaded.

Gemeinsam mit Hans Fischer nimmt er diesen Film, der hauptsächlich aus Timelapse-Sequenzen (Zeitraffer) und Drohnen-Aufnahmen besteht, in Angriff. Es ist das Sommerprojekt des 36-Jährigen. Ein Hobby eigentlich, und trotzdem mehr als das. Als Sohn eines Fotografen wuchs er mit Kameras auf. Als Verkaufsleiter der Light + Byte AG in Zürich hat er täglich zu tun mit der Fotografie. Trotzdem hat es ihm erst vor rund drei Jahren den Ärmel reingezogen. Timelapse – Zeitrafferaufnahmen – faszinierten ihn.

Erst mit den technischen, digitalen Entwicklungen in den letzten Jahren wurde diese Methode auch mit Fotokameras möglich. Sein Ansporn: Sich auf eine Technologie konzentrieren, die 08/15-Fotografen nicht hinkriegen. «Hier kann ich mich fotografisch austoben, kann immer wieder Neues ausprobieren», sagt Martin Gessler. In seinem neusten Projekt versucht er sich auch an Hyperlapse-Aufnahmen. Dabei wird die Position der Kamera zwischen den einzelnen Aufnahmen verändert, was eine Bewegung im Film ermöglicht. Für eine fliessende Sequenz von einer Sekunde braucht es mindestens 25 Aufnahmen.

Letzte Woche hat Martin Gessler mit dem neuen Projekt begonnen. Einer der ersten Shots: Der Magnolienbaum beim Brugger Stadthaus in voller Blüte. Drei Kisten Material schleppt Martin Gessler jeweils mit. Die Kamera und deren Bewegung auf einer motorisierten Schiene mit Drehkopf, die alle acht Sekunden ein Bild schiesst, programmiert er. Anschliessend heisst es: Warten. «Fotografieren ist wie fischen», sagt Martin Gessler. «Nur fische ich nach dem Licht.»

Dieses Warten macht ihm nichts aus. «Es ist Zeit, die ich für mich habe», erklärt der zweifache Vater. Quality-time nennt er es. Da liegt auch mal ein Bier drin. Er freut sich auf die bevorstehenden Drehmonate. «Im Sommer brauche ich immer ein Fotografie-Projekt», sagt Martin Gessler. Und erklärt gleich, warum er sich ausgerechnet den Kanton Aargau ausgesucht hat, nachdem er drei Videoclips über die Stadt Brugg gedreht hat. «Ich glaube, dass der Kanton Aargau einer der am meisten unterschätzten Kantone ist. Nirgends gibt es so viele Flüsse und so vielseitige Landschaften wie hier.» Auf Youtube, der Internet-Videoplattform, hat er nachgeschaut, wie viele qualitativ gute Filme es über den Aargau gibt. Das Resultat: Zu wenige, aus seiner Sicht.

Darum klappert Martin Gessler diesen Sommer also Sehenswürdigkeiten wie den Niklaus-Thut-Brunnen in Zofingen, das Schloss Habsburg, die Linner Linde, die Surferwelle in Bremgarten oder die Altstadt Rheinfelden ab. «Hauptsache idyllisch oder dynamisch», nennt Martin Gessler die Hauptkriterien für die Drehorte.

Bis im Herbst dauern die Arbeiten am Film. So ist es jedenfalls vorgesehen. Doch der Aufwand dafür ist enorm. Martin Gessler rechnet mit 200 Stunden Aufwand für den fünfminütigen Clip, inklusive Nachbearbeitung. Doch Martin Gessler ist frei, was das Zeitmanagement betrifft. Denn eines ist ihm wichtig: Er macht den Film nicht zu kommerziellen Zwecken. «Die Views sind mir egal», sagt er. «Das Projekt ist für mich. Gefällt es den Leuten, ist es umso besser.»

Aktuelle Nachrichten