Rothrist
Maskenproduzent Felix Schönle: «Die Vorwürfe im Artikel von ‹20 Minuten› sind falsch und haltlos»

Seit dem Frühjahr 2020 produziert die Wernli AG in Rothrist chirurgische Gesichtsmasken. Im Interview nimmt CEO und -Verwaltungsratspräsident Felix Schönle Stellung zu den aktuellen Vorwürfen.

Zofinger Tagblatt
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In der Wernli AG in Rothrist produziert Felix Schönle Hygienemasken.

In der Wernli AG in Rothrist produziert Felix Schönle Hygienemasken.

Lilly-Anne Brugger

Am Montag zitierte 20min.ch in einem Bericht anonyme Mitarbeitende, die von «prekären Hygienezuständen» in der Maskenfirma sprachen. Diesen Vorwürfen widerspricht CEO und Verwaltungsratspräsident Felix Schönle vehement.

Herr Schönle, 20min.ch publizierte am Montag einen Bericht über die Produktion von chirurgischen Gesichtsmasken bei der Wernli AG in Rothrist. Darin ist von «prekären Verhältnissen» die Rede, auf Bildern ist beispielsweise zu sehen, wie Mitarbeitende Masken ohne Handschuhe verpacken oder ihre Masken nicht richtig tragen. Was sagen Sie dazu?

Felix Schönle: Die anonym vorgebrachten Vorwürfe sind falsch und haltlos. Wir haben Grund zur Annahme, dass die Bilder vorsätzlich und missbräuchlich von unzufriedenen, ehemaligen Temporärmitarbeitenden inszeniert wurden, um die Wernli AG unberechtigterweise anzuschwärzen.

Laut einer anonymen zitierten Person achten die Schichtleiter nur dann auf die Schutzmassnahmen, wenn Kontrollen angekündigt sind.

Auch das ist falsch. Unser Schutzkonzept wird zu jeder Zeit rigoros umgesetzt und von den Schichtleitern permanent kontrolliert. Sämtliche Mitarbeitenden halten sich an die geltenden Vorschriften und tragen bei allen Produktionsschritten Handschuhe, Hygienemasken und Haarnetze.

Der Abstand unter den Mitarbeitenden werde teilweise ungenügend eingehalten, beispielsweise auch beim Mittagessen.

Der Schutz unserer Mitarbeitenden ist zu jeder Zeit gewährleistet. Der Abstand zwischen Mitarbeitenden kann überall eingehalten werden. Zudem sind beim Schichtwechsel die Eingänge und Ausgänge für die Mitarbeitenden örtlich getrennt, um Abstände jederzeit einzuahlten.

Es mangle an Seife und Desinfektionsmittel, so ein weiterer Vorwurf.

Die hygienischen Zustände sind einwandfrei. Bei allen Eingängen sind kontaktlose Desinfektionsstationen installiert. Nach jeder Schicht werden Arbeitstische und Maschinen mit einem Flächendesinfektionsmittel gereinigt. Die WC-Anlagen werden durch ein externes, zertifiziertes Unternehmen regelmässig gereinigt. Seife und Handtuchpapier sind jederzeit genügend vorhanden. Bei zwei unangemeldeten Kontrollen im Dezember und Mitte Januar durch die Kantonspolizei Aargau - im Auftrag des Kantonsärztlichen Dienstes Aargau und dem Departement für Volkswirtschaft und Inneres des Kantons Aargau - wurden keinerlei Beanstandungen festgestellt.

Wenn die Vorwürfe konstruiert sind: Warum sollte Sie jemand anschwärzen?

Es ist bedauerlich, dass wir auf Grund der aktuellen Auftragslage - zurückzuführen auf die leider geringe Solidarität gegenüber unserer Schweizer Produktion - einen Teil der rund 300 Temporärmitarbeitenden nicht mehr weiterbeschäftigen können. Dass es im Zuge dieses Personalabbaus zu einem solchen «Racheakt» gekommen ist, ist ebenso bedauerlich und auch für die verbleibenden Mitarbeitenden völlig unverständlich.