Jugendliche Asylbewerber

Roth: «Es gibt keinen Platzierungsstopp in Pflegefamilien»

Ein minderjähriger Asylbewerber. (Symbolbild)

Ein minderjähriger Asylbewerber. (Symbolbild)

Im Frühling hatte ein Bericht über einen Stopp der Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Asylbewerbern (UMA) in Pflegefamilien viele aufgeschreckt. EVP-BDP, SP und Grüne reichten eine Motion ein. Ihre Forderung: Die Regierung soll den Platzierungsstopp zurücknehmen und junge Flüchtlinge weiter in Pflegefamilien unterbringen.

Gestern befand der Grosse Rat über den Vorstoss. Regierungsrätin Franziska Roth sagte, sie habe wie andere auch über den Platzierungsstopp gestaunt, den es nicht gebe: «Und ich hätte es ja wissen müssen.» Man sei aber zurückhaltender mit Pflegefamilien. Es gehe dabei auch um Kosten. Die Jugendlichen seien aber in den kantonalen Unterkünften nicht unbeaufsichtigt. 2017 seien 27 junge Flüchtlinge in Pflegefamilien untergebracht, 151 würden in den kantonalen Unterkünften in Menziken, Suhr und im Wohnheim Aarau professionell betreut.

Uriel Seibert (EVP) kämpfte seitens der Motionäre für den Vorstoss, Bürgerliche – allen voran die SVP – wehrten sich dagegen. Die Kosten für junge Flüchtlinge in Pflegefamilien seien inzwischen leicht gesunken, sagte Seibert. Auch bei Schweizer Kindern gehe es doch zu Recht primär um ihr Wohl, nicht um finanzielle Überlegungen.

Susanne Voser (CVP) beantragte, die Motion in ein Postulat umzuwandeln. Die Auswirkungen auf die jungen Flüchtlinge seien von der Regierung noch zu wenig aufgezeigt worden. Es bestehe deshalb Klärungs-bedarf. Daniel Aebi meinte für die SVP, endlich werde gespart, wenn auch noch zu wenig. Die Meinungen waren gemacht. Der Vorstoss wurde mit 69  zu  64 Stimmen als Postulat zur Prüfung überwiesen. (mku)

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