Kein leichter Tag für Roland Wenger. Der Mediensprecher der «Seetal Selection» hat am Dienstag seinen ehemaligen Fussballerkollegen Thomas N. seit dessen Verhaftung im Mai 2016 zum ersten Mal wiedergesehen. Vor Gericht.

Der Vierfachmörder von Rupperswil war Trainer beim FC Seengen und beim FC Sarmenstorf. Thomas N. habe man nie etwas angemerkt. «Ich bin überzeugt, dass wir diese schrecklichen Geschehnisse nicht hätten verhindern können», sagt Roland Wenger heute gegenüber Tele M1.

«Ein beklemmendes Gefühl» habe ihn an diesem ersten Prozesstag begleitet. Thomas N. habe «eingefallen» gewirkt, beschreibt Wenger, habe den Saal aber doch «relativ aufrecht» betreten. Eine Art Schuldbekenntnis habe er nicht an ihm ablesen können, «das muss ich leider sagen».

Prozessauftakt im Fall Rupperswil

Prozessauftakt im Fall Rupperswil

Der Prozessverlauf am Dienstagmorgen, 13. März.

«Enttäuscht war ich bereits letzte Woche»

Roland Wengers Hoffnung war es, dass Thomas N. lebenslang verwahrt wird. Doch bereits der erste Gutachter erklärte ihn am Dienstagvormittag für therapierbar. «Enttäuscht war ich bereits vergangene Woche, als das Bundesgericht die lebenslange Verwahrung eines Täters aufgehoben hat», sagt Wenger dazu. Deshalb müsse man selbst beim Urteil einer lebenslangen Verwahrung damit rechnen, dass das Bundesgericht diese wieder aufhebe.

So müssten eben andere Wege gefunden werden. «Auch wenn ich ihn gekannt habe, muss ich sagen: Er darf lange nicht mehr rauskommen. So jemand hat auf den Strassen der Schweiz und der Welt nichts mehr zu suchen.»