Die erste Synode unter Leitung der neuen Präsidentin, Bernadette Bernasconi, verlief speditiv und reibungslos. Roger Husistein vom Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut St. Gallen erörterte an der Synode seine Forschungsergebnisse zur Situation der Diözesanpriester in der Schweiz.

Er wagte einen Blick voraus ins Jahr 2029. Der Priestermangel wird bis dahin zunehmen. Husistein erwartet bis dann nur noch die Hälfte der heute aktiven Priester in der Diözese.

Er stellte den Synodalen seine sieben Thesen zu den Ursachen des Priestermangels vor. Ausserdem rief er die Kirche dazu auf, bei der Suche nach neuen Mitarbeitern unbedingt zwischen den neuen gesellschaftlichen Milieus und den Aktiven vor Ort und den Diözesen zu vermitteln.

Diözesen: überall dasselbe Problem

Im anschliessenden Podiumsgespräch zwischen Roger Husistein und dem Personalverantwortlichen des Bistums Basel, Fabian Berz, trat klar zutage, dass alle Diözesen in der Schweiz mit den selben Problemen zu kämpfen haben und dass es keine schnelle Lösung gibt, indem man Priester einfach aus anderen Bistümern oder aus dem Ausland holt.

Bischofsvikar und Podiumsmoderator Christoph Sterkman verwies hoffnungsvoll auf die bald anlaufende Aktion «Chance Kirchenberuf», die von der Deutschschweizer Ordinarienkonferenz ins Leben gerufen und von der Aargauer Landeskirche mit einem wesentlichen Beitrag mitfinanziert wird.

Kirchliche Berufe sollen dabei auf diversen medialen Wegen ins Bewusstsein der Bevölkerung gelangen. Die Synodalen nutzten die Gelegenheit, auch unbequeme Fragen an die Podiumsteilnehmer zu richten.

Die aufmunternden Schlussworte von Synodenpräsidentin Bernasconi brachten es mit Mahatma Gandhi auf den Punkt: «Sei du die Veränderung, die du dir für diese Welt wünschst.»

Die wichtigsten Punkte auf der Traktandenliste betrafen die Teilrevision der Verordnung über den Finanzausgleich der Kirchgemeinden und die Ersatzwahlen für die Synode und die Geschäftsprüfungskommission. Einstimmig bei einer Enthaltung wurde der Teilrevision der Finanzausgleichsverordnung zugestimmt.

Ersatzwahlen für die Synode

Für den Rest der Amtsperiode 2011-2014 standen Ersatzwahlen für die Synode an. Die neuen Synodalen heissen Annelies Koch (Boswil), Maria Geissmann-Wolf (Hägglingen), Karl Herzog-Höchli (Hornussen), Hans Ackermann (Künten), Cyrille Schubiger (Meisterschwanden), Regula Arnitz (Neuenhof), Ursula Keller-Keller (Endingen) und Hans Senn (Wettingen). Und Urs Huser, Lenzburg, ist das neue Mitglied der Geschäftsprüfungskommission. Der Jahresbericht 2012 des Kirchenrates und die Jahresrechnung der Landeskirche wurden ebenfalls einstimmig gutgeheissen. (az/cbr)