Corinna Hauri

Corinna Hauri – Pfadiname Kim – vertrat während drei Jahren als Präsidentin des Europakomitees der «World Association of Girl Guides and Girl Scouts» die Interessen von 1,2 Millionen Pfadfinderinnen in 39 Ländern. Dafür arbeitete sie ehrenamtlich bis zu 70 Stunden pro Monat. Im vergangenen Juni endete ihre Amtszeit.

Die Ennetbadnerin Corinna Hauri war für drei Jahre die höchste Pfadfinderin Europas.

Die Ennetbadnerin Corinna Hauri war für drei Jahre die höchste Pfadfinderin Europas.

Als höchste Pfaderin Europas und Mitglied der Pfadi-Weltleitung leitete Corinna Hauri im letzten Juni die Europakonferenz mit 550 Delegierten. Das Treffen in Norwegen war die Krönung ihrer sechsjährigen Vorstandsarbeit, die letzten drei Jahre als Präsidentin. Corinna Hauri trat als Siebenjährige der Badener Pfadi Baregg bei. Als 19-Jährige leitete sie Lager mit 50 Kindern und mit 25 war sie Co-Leiterin des Kantonallagers der Pfadi Aargau. Danach wurde Corinna Hauri Mitglied der Bundesleitung der Pfadibewegung Schweiz. «Von solchen Erfahrungen profitiert man ein ganzes Leben.» Ihr Ehrenamt brachte auch viel Arbeit: Pro Monat kamen bis zu 70 Stunden zusammen und mindestens ein Wochenende war sie im Ausland. Dazu erhielt sie bis zu 50 E-Mails pro Tag.

Johanna Gündel

Humanitäres Engagement für Asylbewerber in Oberwil-Lieli: Auf Antrag der Studentin Johanna Gündel hat die Gemeindeversammlung von Oberwil-Lieli beschlossen, 290'000 Franken für Ersatzzahlungen zu streichen und stattdessen Unterkünfte für Flüchtlinge bereitzustellen.

Grosse Solidarität in Oberwil-Lieli

November 2015: Grosse Solidarität in Oberwil-Lieli

Mutig hat Johanna Gündel dem Gemeindeamman Glarner die Stirn geboten. Nicht nur sie, sondern auch der SVP Hardliner würde Flüchtlinge privat aufnehmen.

Johanna Gündel setzt sich dafür ein, dass alle Menschen würdevoll behandelt werden. Je länger je mehr hatte sie deshalb Mühe mit der Angst vor dem Fremden und dem Hang zur Abschottung in ihrem Dorf. Das gipfelte darin, dass die Gemeinde lieber 290'000 Franken bezahlen wollte, statt Unterkünfte für Flüchtlinge bereitzustellen. An einer Kundgebung gegen eine solche Politik hielt Johanna Gündel ihre erste Rede und gründete die «IG für ein solidarisches Oberwil-Lieli». Dann stellte sie an der Gemeindeversammlung den Antrag, die Gemeinde solle statt der Ersatzzahlungen Unterkünfte für Asylbewerber bereitstellen. Mit Erfolg. Mittlerweile wurde der Entscheid zwar umgestossen. Doch Johanna Gündel wird sich im November an der Gemeindeversammlung wieder für eine menschenwürdige Lösung einsetzen.

Marit Neukomm

Marit Neukomm reiste mehrmals als freiwillige Helferin nach Idomeni und Lesbos, um verzweifelten Flüchtlingen zu helfen. Momentan sammelt sie mit ihrer selbst gegründeten Hilfsorganisation Geld für eine dringend benötigte mobile Zahnarztklinik.

Marit Neukomm aus Oberentfelden ist die Gründerin einer Flüchtlings-Hilfsorganisation.

Marit Neukomm aus Oberentfelden ist die Gründerin einer Flüchtlings-Hilfsorganisation.

Alles begann, nachdem Marit Neukomm mit einem Konvoi in Ungarn Kleiderspenden an Flüchtlinge verteilt hatte. Wieder Zuhause startete sie einen Spendenaufruf auf Facebook für Kleider und Schuhe für die Flüchtlinge auf der Balkanroute. Dank ihrem Aufruf stapelten sich bald rund drei Tonnen Hilfsgüter in Oberentfelden. Um zu helfen, gründete sie die Hilfsorganisation «Volunteers for Humanity» und sammelte Geld für die Nothilfe vor Ort. Derzeit organisierte sie vor allem Hilfe aus der Schweiz. Dazu gehören eine Winterkleidersammlung und die Koordination von Hilfseinsätzen von Freiwilligen. Sehr wichtig ist Marit Neukomm auch die Finanzierung einer mobilen Zahnarztklinik, um die Flüchtlinge in den Lagern medizinisch zu betreuen. Momentan ist sie mit ihrer Organisation daran, die rund 50'000 Franken dafür zu sammeln.

Pepe Lienhard

Im März wurde der Unterhaltungsmusiker Pepe Lienhard 70 Jahre alt. Mit seiner Big Band begleitete er fast vierzig Jahre lang seinen Freund Udo Jürgens. Und er spielte mit Weltstars wie Frank Sinatra, Sammy Davies Jr. und Quincy Jones. Aufhören ist für ihn keine Option.

Pepe Lienhard

Pepe Lienhard singt «Im Aargau send zwoi Liebi»

Pepe Lienhard singt «Im Aargau send zwoi Liebi»

In einem Alter, wo die meisten von uns längst pensioniert sind, ist der Mann mit dem Saxofon und dem Piccolo so aktiv wie eh und je. Denkt er womöglich aber doch ans Aufhören? «Musiker zu sein ist ein Zustand, ein Lebensgefühl – da kannst du dich nicht pensionieren lassen. Und so lange die Gesundheit und das Publikum mitspielt, ist die Musik der grösste Spass, den ich mir vorstellen kann.» Darum ist er auch jetzt mit seiner Big Band unter dem Motto «Swing Live» auf Tournee. Neben vielen Höhepunkten seiner Karriere ist für Pepe Lienhard 2008 ein ganz grosser Traum in Erfüllung gegangen. Damals durfte er am Jazz-Festival in Montreux zusammen mit seinem Idol Quincy Jones den Abend zum 50. Jubiläum des Festivals mit seiner Big Band bestreiten. Ein Erlebnis, das Pepe Lienhard nie vergessen wird.

Rico Peter

Der Kölliker Bobfahrer Rico Peter, der Aargauer Sportler des Jahres 2015, krönte seine erfolgreiche Saison an der WM in Igls mit der Bronzemedaille im Viererbob. Damit hat er sich endgültig in der Weltspitze etabliert. Und die Konkurrenz weiss: An den Olympischen Spielen 2018 muss sie sich warm anziehen.

Rico Peter

Rico Peter ist Aargauer Sportler des Jahres 2015

Rico Peter ist Aargauer Sportler des Jahres 2015

An der Sport-Gala in der Sport- und Freizeitarena GoEasy in Siggenthal Station wurde der 32-jährige Bobpilot aus Kölliken zum Nachfolger von Radprofi Silvan Dillier gewählt. Das neue Konzept der Gala fand beim Publikum auf Zuspruch. 

Im letzten Winter hat Rico Peter so richtig den Knopf aufgemacht und sich in der Bob-Weltspitze etabliert. Er gewann im Zweierbob sein zweites Weltcuprennen, wurde Dritter im Gesamtweltcup und holte sich mit Bronze im Vierer seine erste WM-Medaille. Mit diesem Glanzresultat hat Rico Peter der Schweiz die erste WM-Medaille im Viererbob seit 9 Jahren gesichert. Seine Bobkarriere startet Rico Peter 2004. Doch erst 2015 kam 2015 der erste Sieg im Weltcup. «Es war hart, ich habe gezweifelt. Aber ich habe es durchgezogen.» Das grosse Ziel sind nun die Olympischen Spiele 2018. Auf dem Weg dorthin warten in dieser Saison die ersten Selektionen. Rico Peter weiss, dass es hart wird, doch das spornt ihn umso mehr an: «Ich werde alles geben, um zu gewinnen.»

Sabine Boss

Die gebürtige Aarauerin Sabine Boss erhielt 2014 als Regisseurin den Schweizer Filmpreis für die Verfilmung und das Beste Drehbuch von «Der Goalie bin ig». 2015 heimste sie für ihr Werk den begehrten Prix Walo ein und gewann den Kulturpreis der AZ Medien.

AZ-Medien-Kulturpreis für Sabine Boss

18 Mai 2015: AZ-Medien-Kulturpreis für Sabine Boss

Den Höhepunkt ihrer Karriere erreichte sie mit dem Streifen `Der Goalie ben ig`. Die Regisseurin freut sich über die Auszeichnung für ihr jahrelanges Filmschaffen.

Erfolg ist ein Geschenk, wenn auch ein sehr flüchtiges. Sabine Boss weiss das nur zu gut. 2014 kam ihr Film «Der Goalie bin ig» in die Kinos. Und wurde zum Kassenschlager, über 138 000 Zuschauer sahen ihn. Dass der «Goalie» von Kritikern und Publikum gleichermassen gelobt wurde, war für Sabine Boss eine Genugtuung. «Dass einem etwas gelingt, bei dem rundum alles stimmt, ist selten.» Am Anfang ihrer Karriere hat die Regisseurin und Drehbuchautorin 18 Folgen von «Lüthi & Blanc» gedreht. 2002 landete sie mit der Komödie «Ernstfall in Havanna» ihren ersten Kinohit. Doch immer blieb Sabine Boss auch dem Fernsehen treu. Zum Beispiel mit mehreren Folgen von «Tatort» oder «Studer». Was sie an ihren Stoffen besonders interessiert, ist nicht die Action, sondern die psychologischen Aspekte ihrer Figuren.

Elena Quirici

Die mehrfache Karate-Schweizermeisterin Elena Quirici hat bei der Elite-EM in Montpellier erstmals die Goldmedaille gewonnen. Damit hat sie als erste Schweizerin alle drei Karate-Titel in Europa geholt: zuerst als Juniorin, dann in der U21-Kategorie und nun bei der Elite.

«Diese Goldmedaille habe ich für meine Grossmuttter gewonnen»: Elena Quirici über ihren Sieg, den Empfang in Brugg und die kommenden Ziele.

Mai 2016: «Diese Goldmedaille habe ich für meine Grossmuttter gewonnen»: Elena Quirici über ihren Sieg, den Empfang in Brugg und die kommenden Ziele.

Sie hat den unbedingten Siegeswillen: Dank dieser Fähigkeit hat die 22-Jährige Karateka Elena Quirici aus Schinznach Dorf dieses Jahr den Europameistertitel in der Elitekategorie -68 kg geholt. Es ist der bisher grösste Erfolg der aktuellen Weltnummer 2. Die hart erkämpfte Goldmedaille hat sie für ihre gesundheitlich angeschlagene Grossmutter gewonnen. «Das bedeutet mir sehr viel.» Für den Sport, mit dem Elena Quirici bereits als 4-Jährige begann, investiert sie 20 bis 30 Stunden pro Woche. Erholung vom Training und ihrem Teilzeitjob im Büro gönnt sie sich nur am Sonntag. Ende Oktober steht nun bereits die WM vor der Tür. Doch im Hinterkopf beschäftigt sich Elena Quirici bereits intensiv mit den Olympischen Spiele 2020. «Schliesslich bin ich dann immer noch im besten Alter.»

HIER können Sie abstimmen, wer «Aargauer des Jahres» werden soll.