Die sechs Hallwiler Jugendlichen, die im letzten Jahr eigentlich die Bezirksschule in Seon statt wie üblich in Seengen hätten antreten sollen, dürfen in Seengen bleiben. Das Verwaltungsgericht hat in einem salomonischen Urteil zwar festgehalten, dass der ursprüngliche Umteilungsentscheid rechtens war, doch im Sinne der Kinder, die seit August 2012 provisorisch in Seengen aufgenommen sind, wurde der Status quo abgesegnet.

Den Gang ans Bundesgericht vorbehalten hat das Aargauer Verwaltungsgericht nun einen Schlussstrich unter ein eher unrühmliches Kapitel Seetaler Schulgeschichte gezogen. Auf der Basis einer vom Kanton oktroyierten Vereinbarung zwischen den drei Seetaler Oberstufenstandorten Fahrwangen, Seengen und Seon entschied die Schulpflege Seengen im Frühjahr 2012, die sechs Hallwiler Bezirksschüler sollen im August in Seon eintreten. Normalerweise gehen Hallwiler Oberstufenschüler nach Seengen.

Schulpflege durfte umteilen

Für die Hallwiler, insbesondere die Eltern der betroffenen Kinder, war das nicht nachvollziehbar, wurde doch damit verhindert, dass Hallwiler Oberstufenschüler aller Leistungsstufen am gleichen Ort unterrichtet werden. Man fürchtete um den Zusammenhalt im Dorf.

Gegen den Entscheid der Seenger Schulpflege wurde beim Bezirksschulrat und nach der Abweisung beim Regierungsrat des Kantons Beschwerde geführt. Da auch hier der Entscheid geschützt wurde, ging das Verfahren ans kantonale Verwaltungsgericht weiter.

Im aktuellen Urteil hier wird festgehalten, dass die Zuteilungsbefugnisse bei der Seenger Schulpflege lag und diese den Wechsel nach Seon «sachlich begründet» habe, somit keine Willkür vorliege. Die Aussengemeinden der Oberstufenstandorte hätten kein Mitspracherecht über die Zuteilung ihrer Schüler.

Dass die Geschichte vor allem für die sechs betroffenen Schüler trotzdem ein Happy End hat, ist der Dauer des Verfahrens zu verdanken: Inzwischen seien die Hallwiler Bezler in der Seenger Klasse verankert, eine jetzige Umteilung wäre «nicht im Sinne des Kindswohls». Deshalb erzielen die Schüler und ihre Eltern einen Teilsieg, indem das Verwaltungsgericht jenen Teil der Beschwerde gutheisst, der den zwingenden Wechsel nach Seon verhindern will: «Die Beschwerdeführer obsiegen, verdanken dies aber ausschliesslich dem Zeitablauf», heisst es dazu im Urteil.

Froh über den Schlussstrich ist Renate Suter, die Seenger Schulpflegepräsidentin: «Wir haben keinen Verfahrensfehler gemacht.» Es sei jedoch verhältnismässig, dass die Kinder bleiben können, denn «sie sind bei uns bestens integriert», so Suter.

Die Eltern der Hallwiler Bezler wollten zum Urteil noch keine Stellung nehmen. Die Sache war gestern Abend an der Hallwiler Gemeinderatssitzung Gesprächsthema.