Markus Dieth

Rekord bei der Nationalbank – und was dies beim Aargauer Finanzdirektor auslöst

Mehr als 33 Milliarden Franken hat die Nationalbank in den ersten drei Quartalen dieses Jahres verdient.

Mehr als 33 Milliarden Franken hat die Nationalbank in den ersten drei Quartalen dieses Jahres verdient.

Regierungsrat Markus Dieth spekuliert auf eine zusätzliche Ausschüttung.

Mehr als 33 Milliarden Franken hat die Nationalbank in den ersten drei Quartalen dieses Jahres verdient. Dies geht aus einem Zwischenbericht hervor, der gestern Dienstag publiziert wurde. «Diese Mitteilung der Nationalbank ist sicher erfreulich», sagt der Aargauer Finanz-direktor Markus Dieth. Der Grund für die Freude beim Regierungsrat: Dem Aargau winkt ein unerwartet grosser Geldsegen. Grundsätzlich schüttet die Nationalbank jedes Jahr eine Milliarde ihres Gewinns an Bund und Kantone aus. Davon gehen zwei Drittel an die Kantone, der genaue Betrag wird aufgrund der Bevölkerungszahl berechnet. In den letzten zehn Jahren erhielt der Aargau zwischen 52 und 127 Millionen Franken (siehe Tabelle unten).

Nationalbank: So viel Geld erhielt der Kanton Aargau

Jahr Ausschüttung
2007 99,8
2008 126,3
2009 126,7
2010 127
2011 127,5
2012 51,2
2013 51,8
2014 0
2015 104
2016 52,2
2017 90,4

Bei einer normalen Ausschüttung kann der Kanton mit rund 52 Millionen Franken rechnen. Diesen Betrag hat der Regierungsrat für 2018 auch budgetiert und für die Jahre 2019 bis 2021 im Finanzplan eingestellt. Wenn die Nationalbank besonders gut geschäftet und ihre Ausschüttungsreserve über 10 Milliarden Franken enthält, ist auch eine höhere Ausschüttung möglich.

Dieth bleibt vorsichtig

«Aus heutiger Sicht bestehen gute Chancen auf eine Zusatzausschüttung an den Kanton», sagt Markus Dieth. Diese würde sich dann in der Kantonsrechnung 2018 niederschlagen. Dieth betont aber, als Finanzdirektor müsse er darauf hinweisen, «dass das Jahresergebnis der Nationalbank letztlich noch offen ist». Dieses sei überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig, hält der Regierungsrat fest. Schwankungen seien deshalb die Regel und liessen nur unsichere Rückschlüsse auf das Jahresergebnis zu. Es sei trotz der glänzenden Zahlen, welche die Nationalbank gestern publiziert habe, nicht gänzlich auszuschliessen, dass bis Ende Jahr eine ähnlich grosse Schwankung der Ergebnisentwicklung in die andere Richtung stattfinde. Dieth räumt allerdings ein, dass dies nicht sehr wahrscheinlich sei.

Der Finanzdirektor hält fest, zum heutigen Zeitpunkt sollte «noch keine Zusatzausschüttung budgetiert werden». Dieth sagt dies mit Blick auf die Budgetberatung – mit der Aussicht auf mehr Geld von der Nationalbank dürften Anträge zu erwarten sein, auf Sparmassnahmen zu verzichten. Dieth sagt, die Höhe der Nationalbank-Ausschüttung könne bei der Schlussberatung im Grossen Rat Ende November oder Anfang Dezember mit aktuelleren Informationen beurteilt werden.

Sollte 2018 eine nicht budgetierte Zusatzausschüttung anfallen, würde dies die Rechnung entsprechend entlasten. Dieth macht klar, «ein daraus resultierender allfälliger Überschuss könnte auch noch mit der Rechnung 2018 zur mittelfristigen Haushaltsanierung in die kantonale Ausgleichsreserve eingelegt werden».

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1